Werbung

Scheuer setzt auf Pillepalle

Kurt Stenger über die neuen Preisvorstellungen des Ministers

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Voller Mehrwertsteuersatz, hohe Trassenpreise, außerdem Mineralöl-, Energie- und Ökosteuern, volle EEG-Umlage - die Liste der staatlichen Belastungen für die Bahn ist ellenlang. Seit vielen Jahren prangern Umweltschützer vergeblich die massive Benachteiligung gegenüber den erheblich klimaschädlicheren Verkehrsträgern an und stießen bei den zuständigen Ministern auf taube Ohren. Wenn Ressortchef Andreas Scheuer jetzt ins Gespräch bringt, die Bahnpreise auf einzelnen Strecken zu senken, um Inlandsflügen Paroli zu bieten, ist das bestenfalls Augenwischerei.

Die Äußerungen zeigen, dass selbst der CSU-Verkehrsminister nicht mehr so ganz um die Klimadebatte herumkommt. Nur ist es für solcherlei »Pillepalle« längst zu spät, wie selbst die Kanzlerin sagt. Scheuer muss nach der Sommerpause erläutern, wie er in seinem Sektor den CO2-Ausstoß um rund 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken gedenkt. Eine Mammutaufgabe angesichts des Fakts, dass der Verkehr der einzige relevante Bereich ist, dessen Emissionen seit damals so gut wie gar nicht gesunken sind.

Es reicht bei weitem nicht, den Bahnverkehr hier und da etwas attraktiver zu machen. Nötig ist ein flächendeckend günstiges und engmaschiges Angebot auf langen wie kurzen Strecken, während gleichzeitig Flug- und Autoverkehr entsprechend ihrem CO2-Ausstoß deutlich höher besteuert werden müssen. Da sind sich selbst die von ihm berufenen Experten ziemlich einig. Vielleicht sollte er mal auf diese hören.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!