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Italienische Polizei findet Lenkrakete bei Neonazis

Bei Razzien rund um Turin finden Behörden ein Waffenarsenal / Drei Verdächtige festgenommen

  • Lesedauer: 2 Min.

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Polizisten stehen hinter die Rakete, die in einem Flughafenhangar beschlagnahmt wurde.
Polizisten stehen hinter die Rakete, die in einem Flughafenhangar beschlagnahmt wurde.

Rom. Die italienische Polizei hat bei Durchsuchungen bei Neonazis ein regelrechtes Waffenarsenal entdeckt. Bei Razzien in mehreren Städten im Norden des Landes seien die Beamten unter anderem auf rund 20 hoch entwickelte Gewehre mit reichlich Munition, Raketenwerfer und eine Lenkrakete für den Luftkampf gestoßen, erklärten die Behörden. Der Einsatz richtete sich laut Mitteilung der italienischen Polizei demnach gegen extrem rechte Italiener, die verdächtigt werden, an den Kämpfen in der Donbass-Region in der Ukraine teilgenommen zu haben.

Die Rakete stammt nach Polizeiangaben aus Beständen der Armee Katars. Drei Männer, ein Schweizer und zwei Italiener seien am Flughafen von Forli in der Nähe von Bologna wegen des Verdachts festgenommen worden, die Rakete verkaufen zu wollen.

Eine solche Rakete mit einer Reichweite von rund 25 Kilometern und Überschallgeschwindigkeit kann nur von einem Flugzeug aus abgeschossen werden. Wie der Mann an die Rakete gekommen war, wurde zunächst nicht bekannt.

Bei einem der beiden Italiener handelt es sich demnach um einen ehemaligen Kandidaten der neofaschistischen Kleinstpartei Forza Nuova. Bei den Razzien fanden die Beamten auch zahlreiche und Nazi-Devotionalien.

Über die Absichten der Besitzer der Waffen könne bislang nur spekuliert werden, sagte der Polizeipräfekt von Turin, Giuseppe De Matteis. »Bislang gibt es für uns keinen Anlass, von staatsgefährdenden Vorhaben auszugehen«, fügte ein Anti-Terror-Experte der Polizei hinzu.

Die italienischen Sicherheitskräfte waren in den vergangenen Wochen mehrfach gegen Rechte in der Umgebung von Turin vorgegangen. Agenturen/nd

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hatte es noch geheißen, die Verdächtigen hätten auf Seiten pro-russischer Kräfte in der Ukraine gekämpft. Die italienischen Behörden haben ihre Aussage allerdings im Verlauf des Tages korrigiert.

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