In einem Meer von Argwohn

Vor allem freiwillige Helfer nehmen sich der Flüchtlinge an, die auf Malta ein hoffnungsloses Dasein fristen

  • Von Francesco M. Bassano
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

In der schäbigen Bar vor dem Ausweiszentrum für Migranten in Marsa will die Zeit nicht vergehen. Um sie totzuschlagen, spielt man Domino und Billard. Oder man versucht, einen Blick auf das offene Meer hinter den verrosteten Schiffen zu werfen, die im Dock treiben. Alles erinnert hier an Afrika. Das Sprachgewirr an den Tischen, der würzige Fleischgeruch vom Grill, aber auch der warme und trockene Wind, der vom heißen Kontinent kommt. Hier in Malta befindet sich der südliche Eingang zur Festung Europa.

Die Zentren in diesem großen Ballungsraum erinnern an Sizilien, den Nahen Osten und das britische Kolonialreich. Ihre Bewohner sprechen eine semitische Sprache, dem tunesischen Arabisch nahe, und tragen sizilianische, iberische, arabische oder hebräische Nachnamen. Touristen bevölkern die Strände und Promenaden voller Hotels und Kneipen. Die meisten wissen wahrscheinlich nichts über die Tausenden von Flüchtlingen, die hier, ganz in de...

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