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Alina Leimbach kritisiert die wenig funktionierende Förderung armer Kinder

  • Von Alina Leimbach
  • Lesedauer: 1 Min.

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Man kann sich als Bürger*in immer ein bisschen gönnerhaft fühlen, wenn man Kindern aus ärmeren Familien »eine Chance geben« will. Den süßen, unschuldig dreinblickenden Kinderaugen kann ja niemand einen Vorwurf für das Fehlverhalten der Eltern machen - selbst wenn abends beim Bier ein »scheiß Sozialschmarotzer« herausrutscht. Auf diese Doppelmoral trifft man auch in der Politik: Mit Verbesserungen für arme Kinder in den Wahlkampf ziehen - ohne sich von den überholten Klischees zu verabschieden.

Das Bildungs- und Teilhabepaket ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. Familien mit Anspruch auf Hartz IV oder Wohngeld »dürfen« diese Leistung beantragen, sie beinhaltet Geld für Nachhilfe, Schulessen, oder den Sportverein. Bloß sind all das Teile des Regelsatzes der Kinder, die ausgelagert wurden. Das heißt, sie werden nicht direkt ausgezahlt, damit Eltern sie nicht versaufen oder verrauchen - dabei widerlegen Studien dieses Klischee immer wieder. Das Problem: So kommt die Förderung nicht bei ihnen an. Nur die Hälfte aller Anspruchsberechtigten beantragt Leistungen, wie aus einer Anfrage von Sabine Zimmermann (LINKE) an die Bundesregierung hervorgeht. Zu kompliziert sind die Anträge, zu wenig bekannt ist das Paket. Den Eltern das Geld direkt überweisen? Das geht bei »so Eltern« natürlich nicht! Die Leidtragenden: die zu fördernden Kinder.

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