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Lasst uns die Köter abschaffen

Katharina Schwirkus meint: Vierbeiner verschmutzen nicht nur Parks und Gehwege, sondern sind auch eine unnötige Belastung für das Klima. Sie sollten endlich aus unseren Städten und aus unserem Leben verschwinden

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 4 Min.

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Ein falscher Schritt im Park, es macht »Flatsch«. An meinem Schuh klebt es. Ich bin in Hundescheiße getapst. Das nervt und regt die Gedanken an. Was haben die Vierbeiner in einer Großstadt überhaupt verloren? Nichts, genauso wenig wie Katzen.

Neben ihren ekelhaften Ausscheidungen sind die Haustiere auch schlecht für das Klima. Denn sie fressen Fleisch und tragen damit zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bei. Die Ökobilanz eines Hundes entspricht einer jährlichen Autofahrleistung von 3700 Kilometern, die einer Katze 1400 jährlichen Fahrkilometern. Ein durchschnittliches Fahrzeug in Deutschland legt pro Jahr 13 000 Kilometer zurück.

Der CO2-Fußabdruck durch Hunde und Katzen scheint somit verschwindend gering zu sein, doch muss man sich folgendes auf der Zunge zergehen lassen: Der ökologische Fußabdruck einer deutschen Katze ist im Durchschnitt genauso groß wie der eines Ägypters. Bei den angegebenen Werten wird davon ausgegangen, dass die Tiere herkömmliches Dosenfutter bekommen. Je besser das Futter, desto schlechter ist die Bilanz für das Klima.

Gerade wohlhabende und besonders tierliebe Besitzer*innen kaufen für ihren Begleiter Luxusnahrung, die zu 75 Prozent aus hochwertigem Fleisch bestehen. Durch die gute Versorgung steigt die Lebenserwartung der Tiere, was letztlich wiederum ihren ökologischen Fußabdruck weiter wachsen lässt.

In Deutschland übertreffen Katzen oftmals die Lebenserwartung von 15 Jahren. Die Halter*innen sind zudem bereit, mit Kuren und ständigen Besuchen von Tierärzt*innen das Wohl des Hundes oder der Katze abzusichern. Mittlerweile ist es sogar normal, mit einem Hund zur Physiotherapie zu gehen. Die Therapie widmet sich natürlich dem Tier, nicht den Besitzer*innen.

Das Klima geht nicht vor die Hunde
Sebastian Weiermann hält die Klimabelastung durch Hund und Katze für marginal. Eine Antwort auf die Kolumne von Katharina Schwirkus.

Das zeigt: Viele Menschen sind schon heute bereit, viel Geld für ihre treuen Begleiter auszugeben. Also können wir auch über die stärkere Besteuerung von Haustieren und Dosenfutter für diese nachdenken. Neuerdings verdrecken nicht mehr nur Hunde die Städte mit ihrem Kot. Auch die schrecklichen Plastiktüten, mit welchen die Halter den Mist entsorgen sollen, werden zunehmend zum Problem.

Sie hängen in jedem Park und fliegen lose oder auch mit Inhalt durch die Gegend. Dass Plastiktüten ein Klimakiller sind, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. In Supermärkten sind sie nicht mehr gratis zu kriegen und derzeit wird auch ein Preis für sogenannte Gemüsetüten diskutiert. Problematisch an den Hundekackebeuteln ist außerdem, dass sie nur ein einziges Mal benutzt werden können. Recycling: Fehlanzeige.

Wer dem Klima etwas Gutes tun will, sollte sich weder einen Hund, noch Katze anschaffen. Langfristig sollte die Züchtung der Vierbeiner eingestellt werden. Selbst auf dem Land stellen sie eine Belastung für die Umwelt dar. Zum einen ist Hunde- und Katzenkot extrem schlecht abbaubar. Zum anderen folgen Katzen zwar ihren natürlichen Jagdtrieb, fressen die erbeuteten Tiere aber nicht, sondern trainieren lediglich ihre Instinkte.

Unabhängig davon, ob man es schafft, Katzen und Köter aus Großstädten zu verbannen, muss das romantische Bild von Haustieren endlich dekonstruiert werden. Kindern sollte schon in jungen Jahren klar gemacht werden, dass es absolut egoistisch ist, in einer Stadt einen Hund oder eine Katze zu halten. Das Thema könnte von den »Fridays For Future«-Aktivist*innen aufgenommen werden. Zehn- bis 18-jährige Schüler*innen, die eine Anhebung der Hundesteuer fordern, würden damit zeigen, wie ernst es ihnen mit dem Umweltschutz ist.

Aber auch gesamtgesellschaftlich muss sich etwas tun. Die Toleranz für Katzen- und Hundebesitzer*innen ist viel zu groß. Die Tiere sollten konsequent aus Cafés, Supermärkten und Restaurants ausgeschlossen werden. Zudem müssen Sanktionen eingeführt werden, um Hundebesitzer*innen zur Verantwortung zu ziehen, die sich nicht um den Dreck ihrer Tiere kümmern. Wer seinen Vierbeiner in einen Park scheißen lässt oder einen Hundekackebeutel verliert, darf nicht ungeschoren davon kommen.

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