Kontra: Teurere Flugtickets

Der Flug in die Zukunft

Lee Wiegand will den Richtigen an den Kragen

Von Lee Wiegand

Es gibt kein schöneres Gefühl auf der Welt, als das, wenn ein Flugzeug sich vom Boden in die Lüfte erhebt. Dem Großteil der Menschheit bleibt dieses Gefühl allerdings verwehrt: Sie können es sich schlichtweg nicht leisten. Auch hierzulande gibt es genug Menschen, die - trotz der ach so billigen und angeblich so leicht verfügbaren Flüge - noch nie das Innere eines Fliegers gesehen haben.

Es sind dieselben Menschen, die nicht mal eben so auf den Konsum billigen Fleisches verzichten können und die sich an den Diesel klammern, weil sie nicht kurzerhand auf ein Elektroauto umsteigen können, um zu ihren schlecht bezahlten Jobs zu kommen, weil der öffentliche Nahverkehr - gerade im ländlichen Raum - vollkommen vernachlässigt wurde. Und die sich die erste Flugreise im Leben vom Munde absparen. Sprich, diejenigen Menschen, die Linke gerne vertreten würden und müssten.

Stattdessen ist die Linke dem neoliberalen Turn auf den Leim gegangen, alles zur individuellen Entscheidung umzumünzen. Man stimmt ein in den Chor, der singt: »Arme, schämt euch, dass ihr arm seid! Eure Unfähigkeit, euch zu ändern, zerstört den Planeten!«, anstatt offensiv Eigentumsfragen zu stellen und den großen Umweltzerstörern an den Kragen zu gehen. Im Sozialismus und darüber hinaus - wir dürfen nicht nur träumen, wir müssen! - muss jeder Mensch fliegen dürfen. Selbstverständlich in umweltfreundlichen Flugzeugen, Lufttaxis, etc. Schließlich sind Linke die Partei des Fortschritts, nicht die der Rückkehr auf den Acker.