Labour, die schwache Opposition

Jeremy Corbyn galt einst als Shootingstar der britischen Linken. Doch davon ist nicht viel geblieben

  • Von Ian King, London
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Bilanz von »Jezza«, wie Corbyn auch genannt wird, nach fast fünf Jahren an der Spitze seiner Partei ist durchwachsen. Ein Höhepunkt war die Parlamentswahl von 2017: Corbyn hat zwar gegen Theresa May eindeutig verloren, aber mit immerhin 40 Prozent bei der Aufholjagd mehr erreicht, als die Experten ihm zugetraut hatten. Anschließend wurde der damals 68-Jährige beim Kurzauftritt auf dem Glastonbury-Festival von Tausenden meist jugendlichen Fans wie eine Pop-Ikone bejubelt. Aber aus den 40 sind bei der Europawahl im Mai ganze 14 Prozent geworden, in den Umfragen liegt Labour kaum besser als die dümpelnden Tories und Liberalen sowie die ideenlose Brexit-Partei; Corbyns persönliche Werte sind noch niedriger als diejenigen von der scheidenen Premierministerin Theresa May. Folgt daraus, dass linke Ideen auf der Insel hoffnungslos unbeliebt sind?

Unter Corbyn steht Labour für ein Ende der konservativen Austeritätspolitik. Arbeitslose, körpe...


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