• Kultur
  • Ernährungsgewohnheiten

Brotbacken oder Fließbandkotelett?

Wie die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen sich im Lauf der Jahre veränderten.

  • Von Frank Jöricke
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Am Anfang war der Hunger. Nicht der lustvolle Löwenhunger, mit dem die Hersteller von Schokoriegeln werben, sondern ein fieser Hyänenhunger, bei dem um Essen gekämpft wird. Bei dem ein Stück Butter den Unterschied zwischen Überleben und Tod ausmachen kann. Am Ende fehlte vielen in Deutschland dieses Stück Butter - der Hungerwinter 1946/47 kostete zahlreiche Menschen das Leben. Dann kam die Währungsreform 1948. Schlagartig füllten sich die Wurst- und Fleischtheken des Landes. Und sie leerten sich ebenso rasch wieder, weil eine ganze Nation sich endlich satt essen wollte. Die Deutschen fraßen, als gäbe es kein Morgen. Übergewicht war kein Makel, sondern ein Abzeichen. Stolz wie Sumoringer präsentierten brave Bürger ihre Speckgürtel. »Wir sind wieder wer«, das war auch eine Frage von Kilos und Kalorien. Nur anderthalb Jahrzehnte nach dem verlorenen Krieg hatten die Deutschen wieder Gewicht.

Natürlich konnte das nicht lange gutgehen. ...


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