• Kultur
  • Sexualität in der Öffentlichkeit

Wenn die Mode entkleidet

Diskretion und Scham sind im Verschwinden begriffen. Damit schrumpft auch der öffentliche Raum, weil sich der private dorthin ausbreitet.

  • Von Wolfgang M. Schmitt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Der Sommer ist wieder sehr groß. Die Funktionsjacken, das feste Schuhwerk und die Schlumpf- und Mainzelmännchenmützen sind längst in den Schränken verschwunden. Der öffentliche Raum ist jetzt sicherlich nicht geschmackvoller, er ist jedoch aufdringlicher geworden. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass jeder Sonnenstrahl eine Legitimation, ach, eine Aufforderung ist, alles freizulegen und den gesamten öffentlichen Raum in ein Freibad oder in den heimischen Garten zu verwandeln. Es ist eben heiß, lautet auch in diesem Sommer das Totschlagargument, mit dem Männer das Tragen lächerlicher Tanktops, Flipflops und Shorts und Frauen ihre Hotpants und als Oberteile getarnte Bikinis an allen Orten rechtfertigten. Nun können diejenigen, die deshalb das Fitnessstudio besucht haben, endlich zeigen, was man dort in den vergangenen Monaten geleistet hat, warum sich eine Low-Carb-Diät lohnt und welche Stellen des Körpers noch nicht bemalt oder durchl...


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