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Trump hält Antifa für terroristisch

Antifaschisten droht verstärkte Verfolgung durch die Behörden / US-Präsident beschimpft demokratischen Abgeordneten Cummings

  • Lesedauer: 2 Min.

Washington. US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Worten, die Antifa-Bewegung in den USA als terroristische Organisation einzustufen. Man ziehe einen solchen Schritt in Betracht, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. »Das würde es der Polizei erleichtern, ihre Arbeit zu machen«, fügte er hinzu.

Trump hatte Antifaschisten zuletzt mehrfach kritisiert. So sprach er etwa bei einer Wahlkampfveranstaltung davon, dass es sich bei den Aktivisten um »kranke, schlimme« Menschen handele.

Nach Angaben der Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation League (ADL) ist unklar, wie viele aktive Mitglieder die Bewegung in den USA hat. Es handele sich um eine »lose Ansammlung von Gruppen, Netzwerken und Einzelpersonen«, schreibt die Organisation.

Die beiden republikanischen Senatoren Ted Cruz und Bill Cassidy hatten vor wenigen Tagen eine Resolution eingebracht, in der sie sich dafür aussprechen, dass Gruppen, die der Antifa-Bewegung zuzuordnen seien, als inländische Terrororganisationen eingestuft würden. Bei Aktivisten der Antifa handele es sich um »gewalttätige, maskierte Tyrannen«, erklärte Cassidy. Die beiden Senatoren verwiesen unter anderem auf den Angriff auf den konservativen Journalisten Andy Ngo. Er war Medienberichten zufolge bei Zusammenstößen zwischen Antifa-Aktivisten und rechten Demonstranten in Portland (Oregon) verletzt worden.

Unterdessen hat Trump mit herablassenden Twitter-Botschaften über den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings erneut Rassismus-Vorwürfe auf sich gezogen. Er beschimpfte Cummings am Samstag als »brutalen Tyrannen« und beschrieb dessen mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Wahlkreis in Baltimore als »widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch«. Zahlreiche Abgeordnete der Demokraten verurteilten die Äußerungen als rassistisch.

Trump zielte offenkundig auf die Kritik des Demokraten Cummings an seiner verschärften Asyl-Politik an der Grenze zu Mexiko. Cummings habe sich über die »großartigen Männer und Frauen des Grenzschutzes« und die Lage an der Südgrenze der USA ausgelassen, während »sein Baltimore-Wahlkreis weitaus schlimmer und gefährlicher« sei. Agenturen/nd

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