Werbung

Burgerprince

Brasiliens Präsident Bolsonaro will seinen Sohn als Botschafter in die USA schicken

  • Von Niklas Franzen
  • Lesedauer: 2 Min.

Mit großem Gepolter trat Jair Bolsonaro im Januar das Amt als Präsident von Brasilien an. Der Korruption und Vetternwirtschaft werde seine Regierung ein Ende bereiten, erklärte er großspurig. Doch bereits nach wenigen Wochen im Amt deckten Medien auf, dass sein Sohn Flávio Bolsonaro - ebenfalls Politiker - und etliche Regierungsmitglieder unter Korruptionsverdacht stehen. Auch mit dem Kampf gegen Vetternwirtschaft scheint es der ehemalige Fallschirmjäger doch nicht so ernst zu meinen: Geht es nach dem Präsidenten, soll sein jüngster Spross, Eduardo, Botschafter in den USA werden. Im Netz hagelte es Spott: Für sein holpriges Englisch und weil er seine Kompetenz damit rechtfertigte, eine Zeit in den USA gelebt und dort Burger gebraten zu haben.

Die Nominierung von Null Drei, wie Eduardo von seinem Vater nach der Reihenfolge der Geburt seiner Söhne auch genannt wird, hätte vor allem strategische Gründe. Denn Eduardo hat gute Kontakte ins Ausland und gilt als inoffizieller Außenminister. Auch zum ehemaligen Chefstrategen des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Bannon, hat Eduardo eine enge Beziehung und wurde sogar zum Lateinamerika-Chef von dessen rechtsradikaler Bewegung »The Movement« ernannt. Zusammen mit Bannon kolportiert er die paranoide Verschwörungstheorie eines vermeintlichen »Kulturmarxismus«, der die Wurzel allen Übels sei.

Trump lobte die Ankündigung, dass Eduardo Botschafter in seiner Heimat werde könnte. Dessen kumpelhafte, gar unterwürfige, Beziehung zu den USA wird in Brasilien indes heftig kritisiert: Ein Botschafter müsse die Interessen Brasiliens verteidigen und dürfe kein Schoßhund Trumps sein.

Der 35-jährige Jurist wurde mit 19 Jahren erstmals in den Stadtrat von Rio de Janeiro gewählt. Seit 2015 ist er Bundesabgeordneter, bei der Wahl 2018 wurde er mit den meisten Stimmen in der Geschichte Brasiliens zum Abgeordneten gewählt. Wie sein Vater ist Eduardo Bewunderer der Militärdiktatur, will Folter legalisieren und fällt regelmäßig durch homophobe Äußerungen auf.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!