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Studie: Tageszeitungen machen Verkehrswende selten zum Thema

Die Berichterstattung greift zu selten den Zusammenhang von Klimaschutz und Mobilität auf

  • Lesedauer: 2 Min.

Potsdam. Deutsche Tageszeitungen thematisieren einer Studie zufolge nur selten Möglichkeiten einer Verkehrswende. Statt nachhaltige Mobilitätsformen zu skizzieren und den Zusammenhang von Klimaschutz und Mobilität aufzugreifen, halte sich das Bild der »autogerechten Stadt«, teilte das Potsdamer IASS-Institut für Nachhaltigkeitsforschung am Montag mit. Für die Studie untersuchte des IASS 75 ausgewählte Artikel zum Thema Mobilität aus sechs auflagenstarken Tageszeitungen, die zwischen November 2017 und November 2018 erschienen sind.

Der Verkehr verursache knapp ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland, hieß es. Zu den Klimaschutzzielen Deutschlands zähle, die Emissionen im Verkehrssektor bis 2030 um bis zu 42 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Rund 95 Prozent der Verkehrsemissionen stammten aus dem Straßenverkehr, der zu 76 Prozent aus privat motorisiertem Individualverkehr bestehe. Zwar hätten sich die Emissionen pro zurückgelegtem Kilometer seit den 90er Jahren verringert. Die zurückgelegten Kilometer seien jedoch seit den 50er Jahren um ein Zehnfaches gestiegen.

Dennoch werde in den Tageszeitungen eine nachhaltige urbane Mobilität nur fragmentarisch thematisiert, kritisierte das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS). Zum Auto würden kaum Alternativen aufgezeigt. Klimaschutz sei überraschend selten zum Thema im Zusammenhang mit Mobilität gemacht worden, betonte Studienautorin Theresa Kallenbach: »In neun von zehn Artikeln kam Klimaschutz gar nicht vor, wenn, dann lediglich als Schlagwort und ohne auf konkrete klimapolitische Maßnahmen im Verkehrsbereich einzugehen.«

Viel berichtet worden sei hingegen über die gegenseitigen Verantwortungszuweisungen im Diesel-Skandal und über Innovationen, um wirtschaftliche Gewinne zu erzielen oder das Autofahren effizienter zu machen. Das Thema Luftqualität sei zwar im Zusammenhang mit zu hohen Stickoxid-Werten sehr häufig vorgekommen, aber nicht mit Blick auf die Gesundheit der Menschen, sagte Kallenbach. Stattdessen sei es um technische Details gegangen oder um die Frage, wie Fahrverbote zu vermeiden seien.

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Die untersuchten Zeitungen waren »Bild«, »Süddeutsche Zeitung«, »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »tageszeitung« (taz), »Die Welt« und »Handelsblatt«. Zusätzlich seien von »Welt« und taz die Regionalteile analysiert worden. epd/nd

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