Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Notrufsäulen trotz Handy-Zeitalter wichtig

Helfer in Orange

  • Von Bernadette Winter
  • Lesedauer: 3 Min.

Zu einer langen Autobahnfahrt gehören die orangefarbenen Notrufsäulen einfach dazu. Aber braucht sie überhaupt noch jemand, wo doch so gut wie jeder Verkehrsteilnehmer ein Smartphone besitzt?

»Sie sind jederzeit nutzbar und sie ermöglichen eine eindeutige und sofortige Standortbestimmung, selbst wenn der Anrufer nicht weiß, wo er sich befindet«, erklärt Monika Gaß. Sprecherin vom ADAC Pfalz.

Zwar könne auch das Handy den Standort übermitteln, jedoch nur, wenn die entsprechende Funktion freigegeben sei. »In einer Notsituation sind viele Nutzer allerdings damit überfordert, wenn sie aktiv ihren Standort bestimmen und übermitteln müssen«, so Monika Gaß fest. Außerdem könnten leere Akkus und Funklöcher einen Notruf unmöglich machen.

An den Autobahnen in Rheinland-Pfalz stehen nach Angaben der GDV Dienstleistungs-GmbH, die im Auftrag des Bundes für die Annahme der Notrufe zuständig ist, 1231 Notrufsäulen. Doch während im Jahr 2001 noch rund 14 000 Rufe eingingen, lag ihre Zahl 2017 nur noch bei etwa 2300.

Bundesweit gibt es nach Angaben der GDV fast 17 000 Notrufsäulen. Die Tendenz sei sogar steigend, da auch neu gebaute Autobahnabschnitte in der Regel entsprechend ausgestattet würden.

Nach Zahlen der Dienstleistungs-Gesellschaft wurden die Geräte an den Autobahnen im vergangenen Jahr deutschlandweit rund 52 000 Mal genutzt. Die meisten Meldungen betrafen Pannen und Notrufe, hinzu kamen Informationen zu Personen oder Gegenständen auf der Autobahn sowie zu Falschfahrern oder Bränden an der Böschung.

»Die am häufigsten genutzte Notrufsäule wird von uns nicht mehr ermittelt, da nicht sichergestellt werden kann, ob die Anzahl der Calls auch tatsächliche Notrufe oder vielleicht Störimpulse aufgrund eines Defekts waren«, so Sprecherin Birgit Luge-Ehrhardt.

Die Geräte verfügen nach Angaben der GDV über eine punktgenaue Standortkennung - was besonders hilfreich ist, wenn der Anrufer nur vage Angaben zum Ort des Geschehens machen kann. Die Notrufsäulen sind demzufolge nach wie vor zuverlässige Helfer. Man kann sie nicht zu Hause vergessen, sondern sie stehen verlässlich etwa alle zwei Kilometer an den Bundesautobahnen.

Die Betreiber registrieren bestimmte Hochphasen für die Notrufsäulen: Betrachtet man die Zahlen im Jahresverlauf, ist in der Ferienzeit natürlich mehr zu tun. Auch zu anderen Zeiten mit volleren Straßen wie an Feier- und Brückentagen und im Berufsverkehr gingen mehr Meldungen als sonst ein. Über eine unerlaubte Nutzung der Notrufsäulen ist nichts bekannt.

Über Sachbeschädigungen gibt es keine konkreten Angaben. Allerdings gehen pro Jahr zwischen 10 und 20 Säulen durch Unfälle kaputt. Darüber hinaus können sie bei extrem schwerem und nassem Schnee durch Schneepflüge beschädigt werden. Bis zu 50 Mal sei das im Jahr der Fall. Dann werden die Helfer in Orange repariert oder ausgetauscht. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln