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»R2G«: Antreten zum Nachsitzen

Jérôme Lombard findet einen Rücktritt von Scheeres sinnlos

  • Lesedauer: 2 Min.

Die CDU fordert angesichts der dramatischen Situation im Berliner Schulsystem den Rücktritt von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Der oberste Berliner Christdemokrat, Kai Wegner, findet, dass die gegenwärtige Bildungskrise in ihrem Kern eine »Scheereskrise« sei.

Freilich ist die studierte Diplom-Pädagogin Scheeres bereits seit 2011 für die Geschicke des Berliner Bildungswesens verantwortlich. Die Sozialdemokratin kann also nicht behaupten, dass sie die gegenwärtigen Probleme nicht kommen gesehen hatte. Und dass der Mangel an ausgebildeten Fachkräften höchst problematisch ist und die Prognose von Tausenden fehlenden Schulplätzen in den kommenden Jahren einigermaßen düster klingt, kann niemand leugnen.

Ein Rücktritt der Bildungssenatorin in der derzeitigen Situation wäre aber ein falsches Signal. Damit ist weder den Schülerinnen und Schülern noch den Eltern geholfen. Auch ein etwaiger Nachfolger kann nun mal nicht auf Knopfdruck neue Lehrkräfte vom Himmel regnen lassen oder Schulplätze aus dem Boden stampfen. Die Rücktrittsforderungen seitens der CDU kann man getrost als frühes Wahlkampfgetöse und Populismus abtun. Denn neue, kreative Vorschläge zur Behebung der Problemfelder an den Schulen hat auch die Oppositionspartei nicht.

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Anstatt die Bildungssenatorin auf die Ersatzbank zu schicken, muss die Regierungskoalition zum Nachsitzen. Denn Scheeres ist keineswegs allein verantwortlich. Bei der Schulbauoffensive stehen auch die Stadtentwicklungssenatorin sowie der Finanzsenator in der Pflicht. Ein Krisengipfel, an dem Gewerkschaften, Eltern- und Schülervertretungen teilnehmen, ist das Gebot der Stunde. Es braucht eine schonungslose Bestandsaufnahme, um zu handeln.

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