Beten hilft

Allen geht’s nicht so gut: Der Film »Kislota« verweigert sich einer Analyse der gesellschaftlichen Verwerfungen in Russland

  • Von Frank Schirrmeister
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Gegenwartsfilme aus Russland zu sehen, ist per se interessant, weil sich dem häufig verzerrten Bild, das in den hiesigen Medien von dem Land existiert, ein authentischer Einblick in russische Lebenswelten entgegensetzen lässt. Was ja nicht heißt, dass diese Filme ein homogenes Abbild der gesellschaftlichen Zustände liefern, aber es ist doch stets wohltuend, angesichts der vielen vorherrschenden Russland-Stereotypen eine Binnensicht aus dem Land selbst zu bekommen. Was im konkreten Fall allerdings lediglich zu der Erkenntnis führt, dass viele Probleme des gesellschaftlichen Zusammenlebens längst globalisiert sind und sich europaweit ähneln, wenn nicht sogar weltweit. So gesehen könnten die Jugendlichen aus dem Spielfilm »Kislota« genauso gut in Paris, Rom oder Erkner leben und hätten doch dieselben Probleme. Hier wie dort wird häufig so etwas wie eine Wohlstandsverwahrlosung unter jungen Leuten konstatiert, die sich in emotionaler Kälte...


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