»Ein langer, steiniger Weg«

Tessa Ganserer kämpft als Landtagsabgeordnete für Akzeptanz gegenüber sexuellen Minderheiten

  • Von Rachel Boßmeyer, München
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Wenn sie morgens das Haus in Nürnberg verlässt, dann ist der anstrengendste Teil schon geschafft, und der Tag kann nur noch gut werden. Denn als Transfrau ist es nicht möglich, einfach mal am Sonntagmorgen ungeschminkt zum Bäcker zu gehen. Denn auf Tessa Ganserer sind viele Augen gerichtet. Sie ist die erste transidente Politikerin in einem deutschen Parlament.

Ganserer sitzt schon seit 2013 für die Grünen im bayerischen Landtag, zunächst mit ihrem männlichen Vornamen, mit Beginn der neuen Legislaturperiode als Tessa. Denn Ganserer ist transident. Sie wurde bei der Geburt als Junge eingeordnet und hat in der Öffentlichkeit lange als Mann gelebt, fühlt sich aber als Frau.

Wie viele transidente Menschen in Deutschland leben, ist schwer zu sagen. Die Bundesregierung ging 2011 von mehr als 7000 aus. Das zumindest ist der Stand von 2016. Die Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität dagegen glaubt, dass sich 210...


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