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Der Preis der Verzweiflung

Nicolas Šustr hält die »Diese eG« für das kleinere Übel

  • Lesedauer: 1 Min.

An der Genossenschaft »Diese eG« scheiden sich die Geister. Denn sie kommt bei der Ausübung von Vorkaufsrechten erst dann ins Spiel, wenn landeseigene Wohnungsunternehmen wegen sehr hoher Preise schon abwinken. Zwangsläufig steigen selbst bei Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten die Mieten.

Und trotzdem hat sich schon die Mehrheit der Bewohner von fünf Häusern entschieden, die durchaus schmerzhaften finanziellen Belastungen in Kauf zu nehmen, um nicht in die Hände der Investoren zu geraten. Denn die aufgerufenen Preise implizieren das Geschäftsmodell Aufteilung in Eigentum und den anschließenden Verkauf.

Immobilieninvestoren setzen in der Regel einiges daran, die Bestandsmieter schnell loszuwerden, um nicht die langen Schutzfristen abwarten zu müssen. Eine intensive und sich über viele Monate oder gar Jahre hinziehende Modernisierung wirkt da schon Wunder. Und wenn der Investor sich sicher ist, dass angesichts des exorbitanten Kaufpreises das Vorkaufsrecht nicht gezogen wird, wird er auch die Abwendungsvereinbarung des Bezirks, die Luxusmodernisierung und Aufteilung ausschließt, nicht unterzeichnen.

Die »Diese eG« ist sicherlich nicht der Königsweg gegen die Gentrifizierung. So lange bundesgesetzliche Regelungen und Finanzspielräume des Landes bessere Lösungen verhindern, ist sie aber immer noch besser, als einfach tatenlos zuzusehen.

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