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Auch Scholz kandidiert für SPD-Vorsitz

Scholz bereit zu Kandidatur / Auch Pistorius und Köpping gehen ins Renen

  • Lesedauer: 3 Min.

Berlin. Zwei Wochen vor dem Ende der Bewerbungsfrist nimmt das Rennen um den SPD-Vorsitz Fahrt auf. Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist zu einer Bewerbung bereit, nachdem er bisher nicht an die Spitze seiner Partei gewählt werden wollte. Auf jeden Fall kandidieren wollen Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping.

Scholz bot am Montag in einer Telefonschalte mit den Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel seine Kandidatur an, wie es am Freitag in Parteikreisen hieß. Das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« hatte zuerst darüber berichtet. »Ich bin bereit anzutreten, wenn ihr das wollt«, sagte Scholz demnach. Er hatte bisher erklärt, aus zeitlichen Gründen nicht für den Parteivorsitz zur Verfügung zu stehen.

Bereits gefunden haben sich Pistorius und Köpping. Der 59-Jährige bestätigte seine Kandidatur am Freitag. Er wolle sich aber erst am Sonntag zusammen mit Köpping zu der Doppelbewerbung äußern. Pistorius ist seit 2013 Innenminister in Niedersachsen und gilt als einer der profiliertesten Innenpolitiker der SPD. Die 61 Jahre alte Köpping ist seit 2014 Staatsministerin für Gleichstellung und Integration in Dresden.

Andere Kandidaten für den Parteivorsitz sind:

GESINE SCHWAN UND RALF STEGNER sind die neuesten Gesichter im Bewerber-Reigen. Sie wollen am Freitagmittag ihre inhaltlichen Schwerpunkte vorstellen. Der 59-jährige Stegner, der immer wieder mit zugespitzten Formulierungen für Schlagzeilen sorgt, koordiniert seit Jahren den linken SPD-Flügel und ist seit 2014 Parteivize. Der »GroKo« steht er skeptisch gegenüber. Die 76-jährige Schwan, die zweimal als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt scheiterte, ist Chefin der Grundwertekommission ihrer Partei. Sie hatte zuletzt mehrmals öffentlich mit einer Kandidatur geliebäugelt und dabei für eine Rückbesinnung auf Kernthemen der SPD geworben.

NINA KAMPMANN UND MICHAEL ROTH sind bislang die einzigen, die mit ihrer Team-Kandidatur die formal nötige Parteiunterstützung gesammelt haben. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt und die ehemalige NRW-Familienministerin wählten für ihre Kampagne das Motto »Mit Herz und Haltung«. Sie wollen unter anderem Kommunalpolitiker und Nicht-Mitglieder stärker einbeziehen.

SIMONE LANGE UND ALEXANDER AHRENS, die Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, wollen die SPD wieder näher an die Bürger bringen. Lange, eine frühere Kriminalpolizistin, war im April 2018 bereits gegen die damalige Parteivorsitzende Andrea Nahles angetreten und hatte deren Wiederwahl durch einen Achtungserfolg von knapp 28 Prozent getrübt. Ahrens hatte die SPD zwischenzeitlich verlassen, wurde als parteiloser Kandidat zum Bautzener Stadtchef gewählt und trat 2017 wieder in die SPD ein.

KARL LAUTERBACH UND NINA SCHEER werben mit ihrer Kampagne »Sozial. Ökologisch. Klar« unter anderem für ein Ende der großen Koalition. Lauterbach ist als langjähriger Gesundheitsexperte seiner Fraktion bekannt, Scheer widmet sich vor allem umwelt- und energiepolitischen Fragen.

ROBERT MAIER und HANS WALLOW gehen als bislang einzige Einzelkandidaten ins Rennen. Maier ist Unternehmer und Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums. Er wendet sich gegen einen »Linksruck« der SPD. Wallow saß in den 80er und 90er Jahren für die SPD im Bundestag und würde der Partei gerne seine »lange Erfahrung sowohl in der praktischen Politik als auch in grundsätzlichen Fragen« zur Verfügung stellen, wie der 79-Jährige in einem Interview sagte.

ALS MÖGLICHE KANDIDATEN werden daneben eine ganze Reihe von Spitzenpolitikern gehandelt: Generalsekretär Lars Klingbeil hält sich alle Optionen offen, genau wie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert. Bundesaußenminister Heiko Maas nennt den Spitzenposten eine »Verlockung« - sagt bislang aber nicht, ob er dieser erliegen könnte. Agenturen/nd

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