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Migration an die Macht

Was Vielfalt in Bundesbehörden angeht, sieht Lotte Laloire völlig weiß

  • Von Lotte Laloire
  • Lesedauer: 1 Min.

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Diverser als deutsche Chefetagen: Passanten in einer Einkaufsstraße.
Diverser als deutsche Chefetagen: Passanten in einer Einkaufsstraße.

Wieder einmal grüßt das Murmeltier des »Mikrozensus«. Aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten geht hervor: Ein Viertel aller Menschen, die hier leben, haben eine Migrationsgeschichte. Das sind nur 2,5 Prozent mehr als 2017 - keine große Veränderung also. Gähn. Man könnte einfach darüber hinweggehen. Erschrecken wird jedoch, wer diese Zahl mit dem peinlich niedrigen Anteil migrantischer Beschäftigter in den Bundesbehörden abgleicht. Während die Gesellschaft gemütlich in Richtung Vielfalt schlendert, kriecht der Staat langsamer hinterher als jede Schnecke. Von wegen »repräsentative« Demokratie! In Bundesministerien arbeiteten zum Zeitpunkt der letzten Erhebung von 2016 nur 14,8 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, wenn auch mit steigender Tendenz. Betrachtet man Führungsriegen, wie letztes Jahr eine Studie der Humboldt-Universität bei Berliner Behörden, so sieht man völlig weiß: Sogar in der »Multikulti«-Hauptstadt sind 97 Prozent der Chefs »biodeutsch«.

Besser läuft das übrigens im sonst so viel gescholtenen Kroatien: Eine Quote sorgt dort für die Repräsentation ethnischer Minderheiten im Parlament. Die Quote ist doof? Dann hilft wohl nur noch das Losverfahren. Die Gesetze der Statistik würden definitiv mehr Vielfalt in die Behörden bringen und vor allem mehr Macht für Migrantinnen und Migranten.

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