Früher war es Agitprop

Zum ewigen Streit um zwei Sekunden im HipHop.

  • Von Jonas Engelmann
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Der Schein der Kunst, durch Gestaltung der heterogenen Empirie sei sie mit dieser versöhnt, soll zerbrechen, indem das Werk buchstäbliche, scheinlose Trümmer der Empirie in sich einlässt, den Bruch einbekennt und in ästhetische Wirkung umfunktioniert«, so begrüßte Theodor W. Adorno das Aufkommen der HipHop-Kultur in den Achtzigern, in der das Zusammenfügen von Fragmenten der Musikgeschichte zur Kunst erhoben wurde. »Wer hat eigentlich gesprochen? Mit welcher Authentizität oder welcher Originalität?«, hat Michel Foucault in seiner Analyse der Rap-Kultur mit dem Titel »Was ist ein Autor?« ergänzt.

Denn endlich war die Musik mit HipHop dort angekommen, wo sich andere Kunstsparten schon seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, herumgetrieben haben: im Bereich der Aneignung, des Zitats, der Imitation und der freundlichen Übernahme. In der Literaturgeschichte gibt es eine lange Tradition der Komposition von Texten aus vorgefundenem M...


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