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Rüstungsindustrie

Meine Rakete, deine Rakete

René Heilig über den Start zu neuem Rüstungswettlauf

Von René Heilig

Das ging aber fix! Noch am Vortag hatten sich Russland und die USA im UN-Sicherheitsrat gegenseitig vorgeworfen, ein neues Wettrüsten anzuheizen. Gestern erklärte Russlands Präsident, er habe das Außen- und das Verteidigungsministerium angewiesen, das durch den jüngsten US-Raketentest entstandene »Bedrohungsniveau« zu analysieren. Bei einem Treffen des russischen Sicherheitsrats betonte Putin, er erwarte »erschöpfende Maßnahmen« zur Vorbereitung einer russischen Reaktion und gab auch gleich vor, dass es eine »symmetrische Antwort« geben müsse.

Baust du eine Rakete, bau’ ich eine Rakete. Und wenn wir das eine Weile überleben, zählen wir sie mal auf einer Konferenz. Irgendwie ist das nicht besonders originell, weil altbekannt aus dem ersten Kalten Krieg. Doch deshalb ist die aktuelle Entwicklung, in die nun auch noch ein paar andere Raketenmächte einbezogen sind, nicht minder gefährlich.

Man kann davon ausgehen, dass die Mächtigen in Washington, die nur zwei Wochen nach dem Ende des INF-Vertrags den Start eines weitreichenden landgestützten Marschflugkörpers befohlen haben, zufrieden sind. Ihre Provokation wurde angenommen und schließlich ist es ja schon einmal gelungen, Moskau totzurüsten. Zudem kann sich Trumps Wahlkampfteam sicher auf noch mehr Unterstützung freuen. Schließlich hat man der Rüstungsindustrie einen durchaus einträglichen Gefallen getan.

Nachdem die USA den INF-Vertrag gekündigt hatten, forderte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD): »Das Thema Abrüstung muss wieder auf die internationale Tagesordnung.« Wohlan, die Gelegenheit für eigene Vorschläge ist günstig. Schließlich sitzt Deutschland im UN-Sicherheitsrat.

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