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Die Kulalgo-Killings

CIA-geführte afghanische Milizen töteten elf junge Männer, angeblich Taliban. Augenzeugen sagen etwas anderes

  • Von Thomas Ruttig
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Der Laden in der Großstadt Ghasni, den Rahatullah, Hekmatullah und Nasratullah führten und für das islamische Opferfest vom 11. bis 13. August 2019 schlossen, wird nie wieder öffnen. In den späten Abendstunden des 11. August wurden die drei Brüder, die einzigen ihres betagten Vaters, in ihrem Heimatdorf Kulalgo während einer Kommandooperation von US- und Regierungstruppen erschossen. Der älteste, Rahatullah, 26 Jahre alt, hatte gerade ein paar Monate vorher geheiratet und hinterlässt eine schwangere Frau. Die beiden anderen, 22 und 24, waren unverheiratet, der eine noch Student, der andere schon Lehrer, an einer Schule in ihrem Heimatdorf.

Nach Kulalgo, im Osten Afghanistans und rund 150 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kabul, waren sie gekommen, um - wie üblich zu diesem Fest - die Familie und Freunde zu treffen, ein Schaf zu schlachten und gemeinsam zu essen. Ein Drittel des Fleisches geht an Bedürftige im Dorf.

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