Nützlicher Serbenhass

Nach wiederholten Überfällen auf ethnische Serben ringt die kroatische Regierung um eine klare Linie

  • Von Jerko Bakotin, Zagreb
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In Kroatien sind ethnische Spannungen wieder das Hauptthema. Anlass ist der organisierte Angriff einer Gruppe von etwa fünfzehn Fußballhooligans auf eine Bar im mehrheitlich von Serben bewohnten Dorf Uzdolje bei Knin am 21. August, bei dem fünf Gäste verletzt wurden. In derselben Nacht wurde eine weitere serbische Bar angegriffen. Im Juni starb der serbische Lokalpolitiker, Radoje Petković, an den Folgen eines Angriffs auf offener Straße im April.

Premierminister Andrej Plenković verurteilte zwar den Angriff in Uzdolje scharf, dennoch verneinte er, »dass der Angriff Teil des gesellschaftlichen Klimas ist«. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: Nach Angaben des Serbischen Nationalrats (SNV), Hauptinstitution der Serben in Kroatien, gab es von 2014 bis 2018 fast 1400 körperliche und verbale Angriffe auf ethnische Serben.

»Die Regierung verurteilte zwar den Angriff und die Polizei hat die meisten Täter verhaftet, aber in dieser Si...


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