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Amazoniens lange Nacht

Die aktuellen Waldbrände sind das Symptom einer tiefer gehenden Zerstörung

  • Von Thilo F. Papacek, Guayaramerín
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Es riecht nach Rauch. Wie überall in der Stadt. Wenige Minuten vorher sind wir aus dem Boot gestiegen, das uns aus Guayaramerín, der bolivianischen Schwesterstadt auf der anderen Seite des Flusses Marmoré, nach Guajará-Mirim in Brasilien gebrachte hat. Zum Frühstück in der Nähe des Hafens gibt es »Tapioca«, kleine Pfannkuchen aus Maniokstärke mit Käse. »Außerhalb der Stadt brennen die Viehzüchter ihre Felder ab, damit das Gras jung nachwächst«, erzählt Iremar Ferreira. Seit er 20 Jahre alt ist, setzt sich Ferreira für den Schutz Amazoniens und der indigenen Bevölkerung ein. Inzwischen arbeitet er für die Nichtregierungsorganisation Instituto Madeira Vivo. Er selbst wohnt in einem kleinen Dorf am Fluss Madeira in der Nähe von Porto Velho, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rondônia.

Oft greifen die Feuer der Viehzüchter auf Wälder über, erzählt Ferreira. »Das passiert nur, wenn die Vegetation geschwächt ist. Ein gesun...


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