Werbung

Flüchtlinge auf »Alan Kurdi« drohen von Bord zu springen

Panikattacken zweier minderjähriger Schutzsuchender / Malta und Italien verweigern sicheren Hafen

  • Lesedauer: 2 Min.

Regensburg. Die Lage auf dem deutschen Rettungsschiff »Alan Kurdi« mit 13 Flüchtlingen an Bord spitzt sich offenbar zu. Zwei minderjährige Gerettete litten unter schweren Panikattacken und hätten wiederholt versucht, von Bord zu springen. Das teilte die Hilfsorganisation Sea-Eye mit, die das Schiff betreibt. Malta weigere sich aber weiterhin, die Koordinierung des Rettungseinsatzes zu übernehmen. Auch Italien habe die Einfahrt in einen sicheren Hafen verboten.

»Offenbar hält die neue Regierung in Rom an dem harten Kurs gegen zivile Rettungskräfte fest«, sagte Einsatzleiter Jan Ribbeck. Das italienische Innenministerium habe mitgeteilt, das Dekret des früheren Innenministers Matteo Salvini, das hohe Strafen für private Seenotretter vorsieht, besitze weiter Gültigkeit.

Sea-Eye habe nun entschieden, erstmalig Beschwerde vor einem maltesischen Gericht einzureichen, um die Zuständigkeit der maltesischen Rettungsleitstellen gerichtlich feststellen zu lassen, erklärte die Organisation. Die zwei minderjährigen Flüchtlinge mit Panikattacken müssten schnellstmöglich evakuiert werden. Sie wollten an Land schwimmen zu wollen, auch wenn sie damit ihr Leben riskierten.

Von den 13 Migranten aus Tunesien sind laut Sea-Eye acht minderjährig. Sie waren am Samstag in der maltesischen Rettungszone in einem maroden Holzboot entdeckt worden. Deshalb liege die Verantwortung bei Malta, sagte der Sea-Eye-Vorsitzende Gorden Isler. Sea-Eye sei mit den maltesischen Behörden und dem Auswärtigen Amt in Kontakt, aber es zeichne sich noch keine Lösung ab. Das Schiff »Alan Kurdi« liegt zwölf Seemeilen vor Malta, an der Grenze zu dessen Hoheitsgewässern. epd/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln