Keine nostalgischen Gefühle

Jürgen Böttcher alias Strawalde kehrt in die Oberlausitz zurück - mit einer neuen Daueraustellung

  • Von Leonard Laurig
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Guck mal, wer da spricht ... Screenshot: Defa-Stiftung/Thomas Plenert

Er durchlebte den Kunstbetrieb der DDR wie kaum ein anderer. Der Regisseur Jürgen Böttcher, als Maler auch unter dem Pseudonym Strawalde bekannt, redet gern über diese Zeit, die ihn so umstritten machte, über die Dialektik von Zensur und Kunstfreiheit. Mit seinen 88 Jahren ist er der Mann, dem es an Selbstgefälligkeit nicht mangelt und der immer weiß, was er sagen wird, schon bevor ihm eine Frage gestellt wird - da sei man trainiert, sagt er.

Bekannt wurde er mit seinen Dokumentarfilmen über das Proletariat wie »Wäscherinnen«, »Rangierer« oder über »Martha«, die er 1978 als letzte Berliner Trümmerfrau porträtierte. Es war der direkte, feinfühlige und aufrichtige Blick auf die arbeitende Bevölkerung, der in der SED Gefallen fand. Es waren auch Filme, mit denen er sich rehabilitierte. 1961 hatte Böttcher »Drei von vielen« über drei befreundete Arbeiter-Künstler gedreht. Es war sein erster Kurzfilm für das DEFA-Studio für Wochenschau...

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