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Die Armen im Süden bleiben zurück

Moritz Wichmann über Hurrikan »Dorian« und den Klimawandel

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 2 Min.

Es war ein ikonisches Bild, sinnbildlich für die weltweite Ungleichheit der Klimakrise: Schwarze Männer waten durch hüfttiefes Wasser, eine Szene, wie aus dem apokalyptischen Science-Fiction-Endzeitfilm. Doch das Bild zeigt Helfer, die auf der Insel Grand Bahama Einwohner vor Hurrikan Dorian in Sicherheit bringen. Der Sturm ist der zweitstärkste je gemessene und der stärkste, der je die Bahamas getroffen hat. Die Klimaerhitzung hat die Sturmintensität erhöht, weil das Wasser, über dem er entstand, ein Grad wärmer war als früher. Seine Sturmfluten richteten auf den niedrig gelegenen Inseln mehr Schäden an, weil der Meeresspiegel 20 Zentimer höher lag als im langjährigen Mittel. Tourismus und der Status als Steueroase haben den Bahamas bescheidenen Wohlstand gebracht. Doch natürlich gibt es auf den Inselstaaten besonders unter der schwarzen Bevölkerung auch Armut. Reiche weiße US-amerikanische Touristen dagegen konnten sich weitgehend vor dem Hurrikan in Sicherheit bringen. Zurück blieben die, die auf dem Foto aus Grand Bahama zu sehen sind. Es ist dieselbe Szenerie, die wir auch aus Mosambik oder aus Bangladesch kennen. Unter der Klimakrise leiden zuerst und stärker die, die sie nicht verursacht haben. Gleichzeitig ist der reiche Norden für einen Großteil der Klimakrise verantwortlich: Ein Großteil weltweiten CO2-Emissionen werden von nur 100 Firmen verursacht.

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