Werbung

Es geht nicht um Afghanistan

Alexander Isele über den Abbruch der US-Gespräche mit den Taliban

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Soldaten sichern den Ort einer Explosion nach einem Angriff der Taliban.
Soldaten sichern den Ort einer Explosion nach einem Angriff der Taliban.

Nordkorea, Iran, Israel/Palästina, China und Afghanistan - geht es nach US-Präsident Donald Trump, so bedarf es nur einiger direkter Gespräche mit dem selbst ernannten größten Deal-Maker aller Zeiten, und schon sind alle Probleme dieser Welt gelöst.

Doch knapp drei Jahre nach seiner Wahl bleibt von all den angekündigten großartigen Vereinbarungen nicht viel übrig. Dass Trump bei den Gesprächen mit den Taliban nun die Reißleine zieht, sollte angesichts der laufenden Terroranschläge keine Verwunderung auslösen.

Für Verwunderung sollte vielmehr sorgen, dass der US-Präsident überhaupt an der afghanischen Regierung vorbei mit den Taliban verhandeln ließ. Das Kalkül des versagenden Deal-Makers, nach einem US-Truppenabzug würden sich Kabul und Taliban schon friedlich einigen, war von Anfang an mehr als gewagt. Trump dürfte klar sein, dass ein allein mit den Taliban ausgehandeltes Einlösen eines Wahlversprechens - nämlich das Heimholen der US-Truppen - kaum Bestand haben dürfte. Im anstehenden Wahlkampf wäre es jedoch ein gefundenes Fressen für die US-Demokraten, wenn der im Stich gelassene Verbündete in Kabul von den Taliban überrannt werden würde.

Und so wird in und mit Afghanistan wieder einmal aus verschiedensten Erwägungen heraus Politik gemacht. Nur aus einer heraus nicht: Dem Willen, dem Land aus dem seit Jahrzehnten währenden Krieg herauszuhelfen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!