Rastlos gegen den Hass

Politischer Stress und böswilliger Widerstand scheinen Irmela Mensah-Schramm nichts anhaben zu können

  • Von Marion Bergermann
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Mit gepackter Tasche wartet Irmela Mensah-Schramm auf den Bus. In ihrem selbstbemalten Beutel, Aufschrift »Wer von Asylflut redet, hat Ebbe im Gehirn«, stecken eine Kamera, ein Kochfeldschaber und eine Sprühflasche. Sie ist auf dem Weg, um in der Nähe einen Aufkleber mit rechtem Spruch aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. An dieser Bushaltestelle kratzte sie 1986 zum ersten Mal einen Aufkleber von Rechtsradikalen ab. Irmela Mensah-Schramm ist mittlerweile bekannt als langjährige Aktivistin, die Naziparolen übersprüht, Aufkleber entfernt und sammelt.

Als sie im Mai vergangenen Jahres bei der »AfD-wegbassen«-Demonstration in Berlin mit Handschellen festgenommen wurde, ging das Foto - die Aktivistin zwischen zwei Polizisten, die sie abführten - durch die Medien. Die Berliner Polizei twitterte danach, Mensah-Schramm sei einem Platzverweis nicht nachgekommen. Eine »eindeutig rechtswidrige Festnahme«, befindet sie und beschwerte sich...

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