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  • Opferverband »Eckiger Tisch«

300.000 Euro Entschädigung für jedes Missbrauchsopfer gefordert

»Eckiger Tisch« rechnet insgesamt mit einer Milliarde Euro, die die katholische Kirche zahlen soll

  • Lesedauer: 2 Min.

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Erzbischof Stephan Burger äußert sich während einer Pressekonferenz zu Lehren aus dem Missbrauchsskandal.
Erzbischof Stephan Burger äußert sich während einer Pressekonferenz zu Lehren aus dem Missbrauchsskandal.

Fulda. Der Opferverband »Eckiger Tisch« hat eine pauschale Entschädigung von je 300.000 Euro für die rund 3.000 Betroffenen sexuellen Missbrauchs von der katholischen Kirche gefordert. Über ein entsprechendes Papier werde die Vollversammlung der Bischofskonferenz am Dienstag beraten, sagte Matthias Katsch, Sprecher der Organisation, am Montag vor Beginn des Herbsttreffens der 69 katholischen Bischöfe in Fulda. »Hochgerechnet sind wir da im Bereich von einer Milliarde Euro«, sagte er. Wenn man bedenke, welche finanziellen Verluste diese Menschen durch Traumatisierungen erlitten hätten oder noch erleiden müssten, sei dieser Betrag aber keineswegs zu hoch angesetzt.

Die Reformbewegung »Wir sind Kirche« forderte weitere Reformen von der Bischofskonferenz. »Die katholische Kirche steht in Deutschland und anderswo an einem Scheideweg«, sagte deren Sprecher Christian Weisner. Eine große Mehrheit der Bischöfe habe sich zum »synodalen Weg« bekannt. Es gelte nun, ein dogmatisch festgefahrenes System wieder in Gang zu bringen.

Vatikan distanziert sich von Forderungen

Der »synodale Weg« befasst sich mit den Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal und soll klerikalen Machtmissbrauch, die katholische Sexualmoral und den Zölibat sowie die Rolle der Frau in der Kirche diskutieren. Die Beratungen von Bischöfen und Vertretern des Zentralkomitees sollen am 1. Advent in Frankfurt beginnen.

Der Vatikan hatte die Organisation des »synodalen Wegs« infrage gestellt und das geplante Stimmrecht für Laien sowie die Zuständigkeit der deutschen Katholiken als eine Teilkirche kritisiert. Die Kritik des Vatikans an dem kirchlichen Reformprozess wies Magnus Lux, früherer Priester und ebenfalls Mitglied der Kircheninitiative, zurück. »Die Bischöfe werden zu Lakaien Roms degradiert«, sagte Lux über eine Stellungnahme des Vatikan. Das System habe sich selbst zum Glaubenssatz erhoben.

Zum Auftaktstatement des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatten sich am Nachmittag rund 200 Frauen der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands vor dem Tagungsort am Predigerseminar versammelt und forderten lautstark einen Neuanfang der Kirche. »Wir sind stark, wir sind viel, wir erreichen unser Ziel«, riefen sie. Die Bewegung »Maria 2.0« plant zum Abschluss der Vollversammlung am Donnerstag weitere Demonstrationen. epd/nd

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