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Mit Navigator und mehr Lohn

Jérôme Lombard will eine bessere Bezahlung von Erzieherinnen

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 2 Min.

Spät kommt er, doch nun kommt er ja wenigstens bald: der lang ersehnte »Kita Navigator«. Mit Hilfe der vom rot-rot-grünen Senat entwickelten Website sollen Berliner Eltern ab Ende Oktober online nach freien Betreuungsplätzen suchen und mit den Kitaleitungen in ihrem Wohnumfeld in Kontakt treten können.

Mussten die Eltern bisher von Kita zu Kita tingeln und immer wieder aufs Neue nach freien Kapazitäten fragen, wird ihnen die Suche jetzt immerhin etwas erleichtert und zeitgemäßer gestaltet. Das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Kitapersonal, das notwendig ist, um eine Vertrauensbasis für eine hoch vertrauensvolle Aufgabe zu schaffen, kann und soll die Plattform dabei natürlich nicht ersetzen. Genauso wenig kann und soll der Navigator als ein Mittel gegen den chronischen Fachkräftemangel an den Kitas in Berlin verstanden werden.

Der wesentliche Grund für den Personalmangel, der ja keineswegs nur in der Hauptstadt, sondern im gesamten Bundesgebiet dramatisch ist, ist und bleibt die Ausbildungssituation von Erzieherinnen und Erziehern. Das größte Problem dabei ist die Entlohnung. Eine Erzieherin durchläuft in der Regel eine vier- bis fünfjährige unbezahlte Ausbildung. Früher mussten viele Auszubildende sogar Schulgeld bezahlen. Das zeigt, wie wenig Wertschätzung der nach wie vor stark weiblich geprägte Beruf lange Zeit von der Gesellschaft erfahren hat.

Zum Glück gibt es inzwischen ein Umdenken. Diesem mentalen Wandel müssen aber auch schnell konkrete Maßnahmen folgen, die deutlich machen, welchen Wert der Beruf für uns alle hat.

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