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Für eine lebenswerte Zukunft

Alternativer Nobelpreis geht an Greta Thunberg und drei weitere Aktivisten

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 3 Min.

Einer der vier diesjährigen Preisträger des sogenannten Alternativen Nobelpreises ist ein guter Bekannter des »neuen deutschland«. Mit Davi Kopenawa, Schamane und Sprecher der im Amazonasgebiet lebenden Yanomami Indigenen in Brasilien, wurden im »nd« schon vor zehn Jahren Interviews veröffentlicht. Darin schilderte er unter anderem die nachhaltige Lebensweise der Yanomami: »Wir pflanzen Bananen, Maniok, Zuckerrohr und andere Pflanzen an. Wir jagen und fischen, sammeln Früchte und Pilze. Wir versuchen den Regenwald zu bewahren, zu schützen.« Dass diese Lebensweise schon weit vor dem Amtsantritt des rechtsradikalen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro infrage gestellt wurde, steht für Kopenawa außer Frage: »Doch sind wir bedroht durch eure Art zu leben. Ihr zerstört uns und unsere Lebensgrundlage, den Regenwald. Ihr macht uns fertig. Eure Fabriken machen die Erde kaputt und fabrizieren Müll.«

Kopenawas Einsichten teilen sicher auch die anderen drei Preisträgerinnen des 40. Right Livelihood Award: Die in einem Jahr zur Weltberühmtheit gelangte schwedische Schülerin Greta Thunberg, die Menschenrechtlerin Aminatou Haidar aus der Westsahara und die chinesische Frauenrechts-Anwältin Guo Jianmei.

»Mit den 40. Right Livelihood Awards ehren wir vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen«, erklärte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll. Das Preisgeld beträgt rund eine Million schwedische Kronen (etwa 102 000 Schweizer Franken).

Kopenawa kämpft gegen Zerstörung und Ausbeutung des Regenwaldes. Er habe wesentlich dazu beigetragen, dass 1992 ein mehr als 96 000 Quadratkilometer großes Areal zum Yanomami-Schutzgebiet erklärt wurde, hieß es. Wegen seines Engagements hat Davi Kopenawa mehrfach Morddrohungen erhalten.

Die Chinesin Guo Jianmei zählt zu den renommiertesten Juristinnen Chinas und setzt sich für benachteiligte Frauen ein. Insbesondere kämpft sie gegen häusliche Gewalt sowie sexuelle Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz. Die Stockholmer Stiftung lobte, dass Guo als erste hauptberufliche Anwältin des Landes eine kostenlose Rechtsberatung angeboten habe.

Aminatou Haidar erhält den »Alternativen Nobelpreis« für ihren jahrzehntelangen friedlichen Einsatz für die Unabhängigkeit der Westsahara. Sie gilt als eine der angesehensten Vertreterinnen des Volkes der Sahrauis. In ihrer von Marokko annektierten Heimat erhielt sie den Beinamen »Gandhi der Westsahara«. Obwohl sie selbst zur politischen Gefangenen wurde, Folter erdulden musste und Morddrohungen ausgesetzt ist, lässt sie sich nicht beirren.

Die 16-jährige Greta Thunberg werde für ihre Entschlossenheit ausgezeichnet, ihre Stimme gegen die drohende Klimakatastrophe zu erheben, erklärte die Stiftung. Ihr im August 2018 begonnener Schulstreik für das Klima war Initialzündung für die mittlerweile weltweite Bewegung »Fridays For Future«, in der vor allem junge Menschen einen effektiven Klimaschutz fordern. Beim UN-Klima-Sondergipfel am Montag machte Thunberg gegenüber den Regierenden der Welt klar: »Wenn ihr uns im Stich lasst, werden wir euch niemals vergeben.«

Thunberg ist auch für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert. Sollte er ihr zuerkannt werden, wäre sie nach der kenianischen Umweltschützerin Wangari Maathai und dem kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege die dritte Persönlichkeit, die sowohl mit dem Friedensnobelpreis als auch mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wird. Letzterer wird seit 1980 jährlich an Menschen »für die Gestaltung einer besseren Welt« verliehen. mit Agenturen

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