Lupenreine Heimatreue

Am Sonntag wählt Österreich: In Wien gibt es schon jetzt das »Bundesministerium für Heimatschmutz« - ein Gespräch

  • Von Leonhard Seidl
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Es steht schlecht um die Heimat. Hirsche kopulieren mit Hirschen, Ibiza ist kein sicheres Urlaubsland mehr. War das der Grund, warum Sie sich entschlossen haben, in Wien den unstattlichen Bau des Heimatschmutzministeriums unter dem Motto »Heimat Dein Schmutz, Schmutz Deine Heimat« zu errichten?

Barbara Ungepflegt: Von Unstattlichkeit kann nicht die Rede sein. Es ist eine 4,5 Meter Hohe Litfaßsäule, transparent und heimatlich. Der Eingangsbereich lädt zum Parteienverkehr, im oberen Stock residiert die Ministerin und gibt Audienzen und Pressegespräche.

(Frau Ministerin schürzt die Lippen zu einem Kuss)

Elsbeth Wallnöfer: In Baufragen darf ich nur zustimmen, und es ist ein respektables Gebäude, bitte!

Was haben Sie den Bürgerinnen und Bürgern versprochen für den Fall, dass Sie gewählt werden? Freibier? Asozial befreite Zonen?

EW: Wir versprechen nichts, weil wir alles halten können.

BU: Und weil wir nicht zu ...


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