• Politik
  • Eisenacher »Entjudungsinstitut«

Halleluja und Josef

Das sogenannte »Entjudungsinstitut« wollte alles Jüdische aus Kirche und Theologie während des Nationalsozialismus tilgen - das war die perfide Grundidee.

  • Von Sebastian Haak
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Herr Spehr, was genau war das Eisenacher »Entjudungsinstitut«?

Das sogenannte Entjudungsinstitut wollte alles Jüdische aus Kirche und Theologie tilgen - das war die perfide Grundidee. Es wurde am 6. Mai 1939 in einem Hotel auf der Wartburg gegründet und war bis 1945 aktiv. Entsprechend der antisemitischen deutsch-christlichen Ideologie des (pseudo)wissenschaftlichen Instituts sollten zum Beispiel evangelische Gottesdienste in Gottesfeiern umgestaltet werden. Die »Entjudung« ging so weit, dass in der Evangelienharmonie von 1940 und im Gesangbuch von 1941 alle jüdischen Namen, Begriffe und »Einflüsse« aus den Texten und Liedern entfernt wurden: David, Josef, Halleluja, Kyrie Eleison.

Wer war dort Mitglied?

Etwa 180 Personen des öffentlichen und kirchlichen Lebens aus ganz Deutschland, Ost- und Nordeuropa: Kirchenleiter, Hochschullehrer, Pfarrer, darunter auch zwei katholische. Es gab wohl fünf hauptamtliche Mitarbeiter, di...

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