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Freier Museumseintritt ab April

An einem Sonntag im Monat sollen die meisten Häuser in Berlin gratis zugänglich sein

  • Von Marina Mai
  • Lesedauer: 3 Min.
Der Rosinenbomber ist immer gratis zu sehen, ab April soll das an einem Sonntag im Monat für das komplette Technikmuseum gelten.
Der Rosinenbomber ist immer gratis zu sehen, ab April soll das an einem Sonntag im Monat für das komplette Technikmuseum gelten.

Ab April kommenden Jahres sollen die meisten Berliner Museen an einem Sonntag pro Monat kostenlos Besucher empfangen. An den entsprechenden Tagen soll es in diesen Häusern zudem Vermittlungs- und Mitmachangebote geben, also Veranstaltungen vergleichbar der Langen Nacht der Museen. »Wir haben die Mittel dafür in den Doppelhaushalt für 2010/21 eingestellt. Das gilt natürlich nur, wenn das Parlament den Haushalt beschließt«, sagt Daniel Bartsch, Sprecher von Kultursenator Klaus Lederer (LINKE) zu »neues deutschland«.

Doch damit ist zu rechnen, die Landesregierung erfüllt mit dem Vorhaben ein Versprechen aus der Koalitionsvereinbarung von 2016. SPD, LINKE und Grüne wollen damit die finanziellen Hürden für den Museumsbesuch senken und Museen Besuchern zugänglich machen, für die der Besuch eher nicht zum Alltag gehört. Daniel Bartsch weiter: »Mit Freude haben wir zur Kenntnis genommen, dass auch die Kulturstaatsministerin des Bundes, Monika Grütters (CDU), die Beteiligung der Einrichtungen des Bundes in Aussicht gestellt hat.« Das heißt, der eintrittsfreie Sonntag würde nicht nur die Museen betreffen, die allein dem Land Berlin unterstehen, sondern auch bundeseigene Museen in der Hauptstadt. Doch auch hier gilt: Der Bundestag muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Bartsch zufolge betrifft der freie Eintritt für dem Land Berlin unterstellten Museen das Deutsche Technikmuseum, das Kolbe-, Bröhan- und Brücke-Museum sowie sämtliche Standorte des Berliner Stadtmuseums (Märkisches Museum, Nikolaikirche, Ephraim-Palais und Knoblauchhaus). Ausgenommen seien lediglich das Museum für Naturkunde sowie privat betriebene Museen.

Das Deutsche Historische Museum, ein Museum des Bundes, bietet bereits jetzt an bestimmten historisch bedeutsamen Tagen freien Eintritt an, verbunden mit besonderen Führungen und Filmvorführungen. Das war in diesem Jahr beispielsweise der Fall am 11. August, dem 100. Jahrestag des Erlasses der Weimarer Verfassung, und am Tag der Deutschen Einheit. Auch am 9. November wird der Museumsbesuch kostenfrei sein. »Die Tage werden von den Besucherinnen und Besuchern sehr gern genutzt und verzeichnen überdurchschnittliche Besucherzahlen«, sagt Museumssprecherin Daniela Lange. Am Tag der Deutschen Einheit war das Museum beispielsweise so voll, dass die vorgeführten Filme wegen der Geräuschkulisse nur schwer zu verstehen waren. Es waren sowohl Tourist*innen als auch Berliner*innen im Museum.

Monika Demler von den Staatlichen Museen zu Berlin, zu denen beispielsweise das Pergamonmuseum und die Alte und Neue Nationalgalerie sowie das Neue Museum gehören, hofft, dass sich ihre Museen »mit nahezu allen Häusern an dem Vorhaben beteiligen werden. Wir befinden uns derzeit noch in der Planungsphase.« Sie sieht in dem eintrittsfreien Sonntag eine Chance, »auch solche Berlinerinnen und Berliner in die Museen zu holen, die normalerweise nicht unsere Besucherinnen und Besucher sind«. Eintrittsfreie Tage in einzelnen Häusern hätten bereits gezeigt, dass das möglich sei, sagt sie. Inwieweit an den eintrittsfreien Tagen Gebühren für die Ausleihe von Audioguides erhoben werden, die es normalerweise zur Eintrittskarte gratis dazu gibt, müsste noch verhandelt werden.

Bisher haben Inhaber*innen eines Berlinpasses und Menschen unter 18 Jahren in vielen Berliner Museen an jedem Tag freien Eintritt. Daran soll sich, so Daniel Bartsch, auch nichts ändern.

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