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Düstere Aussichten

Sebastian Bähr über das Abkommen zwischen Rojava und Assad

  • Von Sebastian Bähr
  • Lesedauer: 1 Min.

»Wenn wir uns entscheiden müssen zwischen Kompromiss und Genozid, dann wählen wir unser Volk.« Mit diesen Worten verteidigte der oberste General von Rojava, Mazloum Abdi, die jüngst beschlossene Zusammenarbeit der Selbstverwaltung mit dem Assad-Regime und Russland. Nach ersten Informationen regelt das Abkommen vorerst nur den gemeinsamen Grenzschutz, die Kontrolle der Zivilverwaltung soll offenbar noch nicht verändert werden. Was genau die Implikationen sind, wird sich wohl erst in den kommenden Tagen zeigen. Die Aussichten sind jedoch düster.

Assad wird sich auf lange Sicht kaum mit weniger als der totalen Kontrolle des Nordostens zufrieden geben. Nach dem Rückzug der US-Amerikaner ist die Stärke der Selbstverwaltung in den Verhandlungen mit dem Regime schlecht. Die Zukunft des politischen Projektes Rojava ist ungewisser denn je. Es ist ein bitterer Moment der Zeitgeschichte, wenn eine revolutionäre Gesellschaft nur noch die Wahl hat, von NATO-Jets und deutschen Leopard-Panzern niedergewalzt zu werden oder sich einem verbrecherischen Regime unterzuordnen, um überleben zu können.

Die Karten im syrischen Krieg werden momentan neu gemischt. Der Verlauf des ersten Aufeinandertreffens russischer und türkischer Kampfjets wird entscheidend sein. Und das Leid der Zivilisten wohl noch anhalten.

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