Raus aus dem Keller, rein in die Villa!

Klassenkampf mal anders: Der Cannes-Gewinnerfilm und Oscar-Favorit «Parasite» ist eine böse-komische Familientragödie

  • Von Gabriele Summen
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Wäre ich reich, dann wäre ich auch freundlich«, konstatiert die ehemalige Hammerwerferin und einer bitterarmen Familie vorstehende Mutter einmal lakonisch.

Die einzigartigen Filme des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-ho (»The Host«, »Mother«), der mit seinem düster-komischen, pessimistischen Film »Parasite« in diesem Jahr zu Recht die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat, bewegen sich zwischen intelligenter Milieustudie und unterhaltsamem Drama, wobei immer mit schwarzem Humor gerechnet werden muss. Den studierten Soziologen treibt vor allem ein Thema um, das sich durch seine komplette Filmografie zieht: die fatalen, menschenverachtenden Auswüchse des kapitalistischen Systems und der erbitterte Klassenkampf, der darauf folgt.

Bongs mittellose Protagonisten - die selbst keineswegs Heilige sind, sondern eben Figuren, die im Grunde auch nur den Reichtum derer abgreifen wollen, die sie beneiden - wissen sich stets zu helfen, ...


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