Es gibt kein Leben im Fallschirm

»Born in Evin« ist ein Film, in dem viel geredet wird. Ein Film somit auch darüber, dass nicht geredet wird.

  • Von Felix Bartels
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Erst vor dem Hintergrund des Wissens, wie entscheidend der frühkindliche Abschnitt für die Entwicklung jeder Persönlichkeit ist, erhält dieser Film seine Tragweite. Ungemein persönlich erscheint er, gleichwohl exemplarisch. Maryam Zaree - Regisseurin, Autorin, Protagonistin - wurde als Kind inhaftierter Dissidenten 1983 im Evin-Gefängnis in Teheran geboren und verbrachte dort die ersten Jahre ihres Lebens. Heute arbeitet sie als Schauspielerin in der Bundesrepublik und hält es, da kaum jemand mit ihr über diese Jahre reden will, für angezeigt, ein solches Reden zu erzwingen. Ich denke, so muss man diesen Film auffassen. Als letztes Mittel eines Menschen, sein Recht auf Wissen durchzusetzen.

Die eigentümliche Werkform scheint in diesem Zusammenhang aufzugehen. »Born in Evin« ist eher ein Essayfilm als eine Dokumentation. Das Diegetische dominiert das Mimetische. Die Gedanken der Erzählerin machen die Struktur aus, nicht das Geschehen sel...


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