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Am Limit

Markus Drescher über Tempo 130 für freie Bürger

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

Freie Fahrt für freie Bürger - steht nicht im Grundgesetz, wird aber von vielen offensichtlich als eine Art Naturgesetz betrachtet: In Deutschland darf auf Autobahnen gefahren werden, was auch immer das Auto hergibt. Wohlgemerkt, das Auto. Denn dass die Fahrkünste mit den PS mithalten können, ist allzu oft eben nicht der Fall. Mit tödlichen Folgen. Doch in der Debatte um ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde zieht nicht einmal das weitaus stärkste Argument für eine Einführung: Menschenleben. Mehr als diese zählt in diesem Land tatsächlich immer noch das Recht, aufs Gaspedal zu treten, wie es einem beliebt.

Überhaupt nehmen sich die »Argumente« der Limitgegner aus wie ein umgekehrter Suppenkasper: »Ich will aber. Ich will aber. Ich will aber.« Garniert mit Untergangsängsten: Freiheit, Mobilität - alles dahin. Als ob es darum ginge, den Bürgern die Bewegungsfreiheit einzuschränken oder ihnen das Auto wegzunehmen. Nein, jeder darf mit seinem Auto fahren, wohin er will - halt nur etwas langsamer. Dass daran das Land nicht zugrunde gehen wird, kann man getrost glauben. Ist bisher nämlich noch in keinem von denen passiert, die ein Tempolimit haben. Und das sind zum Beispiel in Europa alle anderen. Nur hierzulande stößt die Rationalität noch an ihr Limit, wenn es ums Tempo geht.

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