Mit Vorwürfen in die Stichwahl

Boliviens amtierender Ministerpräsident Evo Morales verfehlt sein Wahlziel

  • Von Knut Henkel
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Für Evo Morales gab es spätabends am Wahlsonntag nur Grund zu feiern. Von der vierten gewonnenen Wahl und von einem »historischen Ereignis« sprach der amtierende Präsident Boliviens.

Doch die Realität sieht anders aus, denn nach der Auszählung von 83,79 Prozent der Stimmen lag Morales zwar vorn, aber nur mit rund sieben Prozent und nicht mit den nötigen zehn Prozent, die Voraussetzung für einen Sieg im ersten Wahlgang sind. 45,28 zu 38,16 lautete das Ergebnis, welches Carlos Mesa, dem zweitstärksten Kandidaten, die Stichwahl bescheren könnte.

Die ist für den 15. Dezember terminiert und Mesa geht nach derzeitigem Stand der Dinge als Favorit in diese Wahl, denn gleich zwei weitere Kandidaten haben ihm nach den ersten Hochrechnungen ihre Unterstützung zugesagt: der konservative Kandidat Oscar Ortiz von der Bewegung »Bolivien hat nein gesagt« sowie der evangelikale Laienprediger Chi Hyun Chung, der für die Christdemokraten antrat...


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