Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Mit Kredit überwintern - viele Optionen

Fragen & Antworten zum Ferienflieger Condor

Nach der Zustimmung aus Brüssel hat am 14. Oktober die heiße Phase zur Rettung der 1955 gegründeten Gesellschaft begonnen.

Wie ist die wirtschaftliche Situation der Condor?

Mit dem Kredit kann sich die Gesellschaft auf die Investorensuche konzentrieren. Nach eigenen Angaben hat sie 2017/18 einen operativen Gewinn 43 Millionen Euro erwirtschaftet bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. Welche Mittel das deutsche Condor-Management vor der britischen Mutter retten konnte, ist aber nicht bekannt. Die Gesellschaft hat nach eigenen Angaben 58 Flugzeuge und rund 4900 Beschäftigte.

Wer hat bei der Condor nun das Sagen?

Die Gesellschaft befindet sich im Schutzschirmverfahren, der mildesten Form eines Insolvenzverfahrens und ist durch den Kredit vorläufig gesichert. Das Management bleibt im Amt und wird von einem »Sachwalter« beraten. Bei Condor ist das der bereits bei Air Berlin erprobte Insolvenzrechtler Lucas Flöther aus Halle. Er rechnet für Dezember mit dem Beginn des förmlichen Verfahrens.

Bleiben die Kunden treu?

Das ist die entscheidende Frage in den kommenden Monaten. Condor muss immerhin für ein Fünftel seiner Plätze neue Kunden finden. So hoch war der Anteil der Thomas-Cook-Veranstalter, um deren zunächst aufgegebenes Geschäft sich nun die verbliebenen Anbieter balgen. Für die Reisen brauchen sie auch Plätze in den Flugzeugen der Condor. Deren Vertriebschef Paul Schwaiger spricht von einer gestiegenen Veranstalternachfrage im Winter und auch im kommenden Sommer. Unklar bleibt auch, wie sich die rund 40 Prozent Einzelplatzbucher verhalten.

Wie ist die Lage auf Europas Luftverkehrsmarkt?

Trotz einiger Pleiten ist der Markt weiterhin von Überkapazitäten geprägt. Besonders die irische Ryanair hat im abgelaufenen Sommer mit ihrer Tochter Laudamotion den Preiskampf weiter angeheizt. Die Luft für kleinere Gesellschaften wie Condor wird aber auch auf der Langstrecke dünner. Dort fliegt die Lufthansa inzwischen mit Eurowings-Jets Ziele an, die auch von der Condor angeboten werden. Konkurrent TUI prüft ebenfalls den Aufbau einer eigenen Langstreckenflotte.

Wer könnte die Condor übernehmen?

Im Prinzip kommen andere Fluggesellschaften, Finanzinvestoren oder Mischformen in Frage. Häufig genannt wird der US-Finanzinvestor Indigo. Die Gesellschaft brauchte aber europäische Partner, um innerhalb der EU volle Flugrechte zu erhalten. Wie vor zwei Jahren bei Air Berlin könnten kleinere heimische Investoren an den Start gehen wie der Nürnberger Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl oder der Berliner Logistikkonzern Zeitfracht. Abgewinkt haben bereits Easyjet, Ryanair und der TUI-Konzern. Einige deutsche Reiseveranstalter haben Minderheitsbeteiligungen nicht ausgeschlossen.

Was müssen Privatkunden beim Kauf von Condor-Tickets beachten?

Wer außerhalb von Pauschalreisen Einzeltickets für Condor-Flüge kauft, muss sich bewusst sein, dass die Rettung auch schiefgehen kann. Bis Ende März 2020 sollen die Kreditmittel ausreichen, um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Anzahlungen für Buchungen ab 1. April werden auf einem Treuhänderkonto gebucht. Das bedeutet, dass Kunden ihr Geld auch im Fall einer Pleite sicher zurückerhalten würden. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln