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»Ich in Moll«

Horst Drescher ist tot

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Es gibt Sätze, die kommen aus der Würde, sich nicht zu fügen. »Wer sich ernsthaft um Kunst bemüht, muss oberhalb des Getümmels bleiben.« Das ist so ein Satz. Dieser Satz von Horst Drescher, wenn man ihn denn lebt, wie er ihn lebte - das hat freilich Folgen. Für den Leipziger Schriftsteller hieß »oberhalb« zu bleiben: konsequent außerhalb zu bleiben. Denn vor diesem erwähnten Satz standen andere Sätze, von anderen über ihn verhängt wie ein Urteil: »Wir werden dafür sorgen, dass dieser Drescher kein Bein auf die Erde bekommt.« SED-Originalton.

Das funktionierte, und man durfte das in bestimmten Kreisen der Obrigkeit eine erfolgreiche Kulturpolitik nennen. In der Blumenbude seiner Frau, am Leipziger Südbahnhof, verkaufte Drescher daher viele Jahre Blumen und Kränze. Weil er seine Seele nicht mit Verkauf ruinieren wollte.

Bei zweien seiner Filmbücher waren die Dreharbeiten abgebrochen worden, ein Schauspiel erlebte die Premiere ebenfalls ni...


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