Mehr als eine bunte Herbstreise

Fast 160 Leserinnen und Leser waren beim traditionellen nd-Reisefamilientreffen dabei

Von Rainer Genge

Selbst Petrus war beim 22. Leserreisetreffen als Geschäftspartner von »neues deutschland« und BTO/GR-Reisen involviert und sorgte für frühlingshaftes Herbstwetter.

Das beliebte Treffen der reiselustigen nd-Leser in diesem Jahr auf den Oktober vorzuziehen, stieß auf große Resonanz bei den 159 Teilnehmern. Alle verliebten sich sofort in die Stadt Bautzen mit ihren vielen Türmen und der aufwendig rekonstruierten Altstadt. Wie jedes Jahr traf sich die nd-Reisefamilie zum Gedankenaustausch und um möglichst viel in kurzer Zeit zu erleben. Freunde und Bekannte nahmen sich in den Arm. Neue Gäste wurden schnell integriert.

Am ersten Abend begeisterte die Liedermacherin Barbara Thalheim mit politischen und nachdenklichen Texten. Begleitet von der Gitarre erzählte sie Geschichten aus ihrem Leben.

Am zweiten Tag erkundeten die nd-Leserinnen und -Leser mit einem Stadtführer die Bautzener Innenstadt. Nebenbei füllten sich die Einkaufsbeutel mit dem berühmten Bautzener Senf. Beim Busausflug durchs Zittauer Gebirge erfuhren die Teilnehmer, warum in Hochkirch ein goldenes Bierfass auf der Kirchturmspitze thront, was es mit der Zuckerfabrik in Löbau auf sich hat, welchen Ursprung die zahlreichen Umgebindehäuser dieser Gegend haben und warum der weltweit beliebte Weihnachtsstern gerade aus Herrnhut kommt.

Abends kamen die Lachmuskeln auf ihre Kosten. Im Deusch-Sorbischen Volkstheater Bautzen wurde die Komödie »Ganze Kerle« gezeigt. Am Ende des Stücks sangen fast alle Theaterbesucher mit und hatten vom vielen Lachen Tränen in den Augen.

Der Sonntag - Höhepunkt der Reise - forderte Durchhaltevermögen. Am Vormittag ging es auf verschiedenen Bustouren durchs Land. Görlitz begeisterte, und die Gäste staunten darüber, wie sich die Stadt verändert hat. Am Flüsterbogenhaus stimmte Harald Burchardt vor dem Portal spontan das Steigerlied an, und alle stimmten ein. Der technische Direktor Jesco Huhle ließ die Neugierigen hinter die Kulissen des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz/Zittau schauen. Sogar ein Blick unter die Bühne auf das alte Konstrukt aus Metall, Seilen, Hebeln und Holz war erlaubt und sorgte für Bewunderung.

Eine andere Gruppe erkundete das Barockschloss Rammenau mit seinen stilvollen Salons und kostbarem Porzellan.

Zurück im Hotel, blieb kaum Zeit zum Ausruhen, denn nachmittags starteten verschiedene Gesprächsrunden, allesamt gut besucht. So berichtete Robby Clemens von seinem spektakulären Lauf vom Nordpol bis (fast) zum Südpol. Irmtraud Gutschke, ehemalige nd-Literaturredakteurin, zog die Zuhörer mit Geschichten von und über Tschingis Aitmatow und seine Heimat Kirgistan in ihren Bann.

Höhepunkt war die politische Gesprächsrunde mit Dietmar Bartsch, Fraktionschef der LINKEN, und nd-Chefredakteur Wolfgang Hübner. Im Fokus standen der Wahlkampf in Thüringen, Klimakrise und Friedenspolitik sowie die Arbeit der Bundestagsfraktion.

Trotz des anstrengenden Tages reichte die Kraft noch, um beim Galaabend das Tanzbein zu schwingen. Und die glücklichen Gewinner des Preisausschreibens freuten sich über ihre Gewinne.

Ursula Strohschein und Ullrich Eidt, langjährige nd-Leserreisende brachten es auf den Punkt: » Es war so schön, im Kreise Gleichgesinnter diese herrlichen Tage zu verleben.«