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Im Griff der Gläubiger

Hoch verschuldete Staaten sind heutzutage der Macht globaler Banken ausgeliefert.

  • Von Nico Beckert
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Schulden müssen zurückgezahlt werden. Dieses Dogma gilt auf der ganzen Welt. Es beruht auf der verbreiteten Ansicht, Schuldner-Länder hätten mit den Krediten auch eine moralische Schuld auf sich geladen. Der Polit-Ökonom Jerome Roos beschreibt in seinem Buch »Why not default?« (etwa: Warum nicht die Zahlung einstellen?), wie die Gleichsetzung von Schulden mit moralischer Schuld als Argumentationsgrundlage dient, damit Staaten ihren Verbindlichkeiten unter allen Bedingungen nachkommen. Dafür verlangen sie ihren Bürgern oft soziale Härten ab, die für Friedenszeiten beispiellos sind.

Laut Roos war das nicht immer so. Während der globalen Finanzkrise der 1930er Jahre sei es weithin akzeptiert gewesen, dass die Kreditgeber ebenso in der Verantwortung standen, weil sie zu viele Kredite vergeben hatten. 1943 entschuldigte sich der US-Präsident Franklin D. Roosevelt bei den lateinamerikanischen Staaten: Die US-Banken hätten Roosevelt zufo...


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