Aufgescheucht, getreten, vertrieben

Die Tierschützerin Doreen Rothe kümmert sich um Stadttauben in Berlin. Sie füttert sie, bringt sie zum Tierarzt. Städte sind keine Orte für die Vögel, findet sie

  • Von Inga Dreyer
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Doreen Rothe wird bereits erwartet. Als sie sich mit ihrem bepackten Fahrrad den S-Bahn-Bögen am Berliner Alexanderplatz nähert, flattert eine Schar Tauben auf sie zu. Die Vögel fliegen um die zierliche Frau herum, setzen sich auf den Lenker und den Fahrradkorb. Eine unwirkliche Szene, die sich an diesem verregneten Herbsttag abspielt.

Haben es die Vögel auf die Tüten abgesehen? Nein, sagt Doreen Rothe. Die Vögel sehen nicht das Futter, sondern die Menschen. Manchmal komme sie mit Rucksack, manchmal - wie heute - mit Schirmmütze. »Die erkennen mich trotzdem sofort - schon von Weitem.« Tauben können Gesichter sogar auf Fotos identifizieren, erzählt die 48-Jährige vom Verein Stadttaubenprojekt Berlin.

Viele finden die Tiere eklig

Mit schwarzer Regenjacke und beschlagener Brille steht Rothe im Nieselregen in einer gurrenden Taubenschar und öffnet eine der großen Tüten. Ein paar Meter weiter pinkelt ein Mann gegen die S-Bahn-B...


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