SPD verliert nach über 70 Jahren die Macht in Hannover

Sozialdemokraten gewinnen Oberbürgermeisterwahlen in Kiel und Mainz

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Bei der vorgezogenen Oberbürgermeisterwahl in Hannover haben die Kandidaten Belit Onay (Grüne) und Eckhard Scholz (CDU) mit nur wenigen Stimmen die Plätze eins und zwei belegt. Onay erhielt laut dem am Sonntagabend veröffentlichten vorläufigen Ergebnis 60.095 Stimmen, Scholz 60.046. Damit kamen beide auf 32,2 Prozent. Die Entscheidung muss nun eine Stichwahl am 10. November bringen.

Auf den dritten Platz kam in der ersten Runde der SPD-Kandidat Marc Hansmann mit 23,5 Prozent. Die weiteren sieben Bewerber erhielten jeweils weniger als fünf Prozent der Stimmen. Die SPD stellt damit erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover.

In der niedersächsischen Landeshauptstadt war eine vorzeitige Oberbürgermeisterwahl nötig geworden, nachdem sich Amtsinhaber Stefan Schostok zurückgezogen hatte. Der SPD-Politiker steht unter Untreueverdacht und wurde im Mai endgültig in den Ruhestand versetzt.

Der im Oktober 2013 zum Oberbürgermeister gewählte Schostok beteuerte wiederholt seine Unschuld. Dennoch bat er schließlich um die Versetzung in den Ruhestand und begründete dies mit mangelnder Unterstützung der ihn tragenden Parteien.

SPD-Politiker Kämpfer bleibt Oberbürgermeister von Kiel

Kiels amtierender Verwaltungschef Ulf Kämpfer hat am Sonntag im ersten Wahlgang die Oberbürgermeisterwahl gewonnen. Der SPD-Politiker kam auf 65,8 Prozent der Stimmen. Seine neue Amtszeit beträgt sechs Jahre. Kämpfer ist seit 2014 Verwaltungschef in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt.

Der von der Union ins Rennen geschickte Gymnasiallehrer Andreas Ellendt kam auf 20,3 Prozent. Für den LINKEN-Politiker Björn Thoroe stimmten 9,1 Prozent. Florian Wrobel (Die Partei) erhielt 4,8 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,0 Prozent. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2014 hatte sie 45,8 Prozent betragen, 2012 nur 35,8 Prozent.

Kein Sieger bei OB-Wahl in Mainz

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Mainz hat in der ersten Runde keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen erreicht. Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) schnitt am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis mit 41,0 Prozent zwar am stärksten ab, muss nun aber in die Stichwahl am 10. November. Dort trifft er auf den unabhängigen Kandidaten Nino Haase, der von der CDU unterstützt wird und 32,4 Prozent der Stimmen holte. Aus dem Rennen ist die Grünen-Bewerberin Tabea Rößner, die mit 22,5 Prozent der Stimmen chancenlos blieb. Insgesamt waren fünf Kandidaten angetreten. Agenturen/nd

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