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Trunken von der neuen Freiheit

Der Antiatomaktivist Sebastian Pflugbeil über die Aufbruchstimmung in der DDR im Herbst 1989

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 9.5 Min.

»Veränderung lag in der Luft. Die Menschen begannen plötzlich, auf der Straße, auf Arbeit und in den Kneipen offen Probleme anzusprechen und zu diskutieren, was man wie ändern müsste. Das war vorher so nicht üblich.« Sebastian Pflugbeil erinnert sich noch gern an die mitreißende Aufbruchstimmung im Herbst 1989 in der DDR. »Im ganzen Land, in Städten, Dörfern und Gemeinden wurde debattiert, lustvoll und kontrovers - ohne dass dies irgendwie von irgendwem gelenkt oder angeordnet war. Wir waren alle trunken von dieser neuen Freiheit.« Jahrelanges Schweigen war gebrochen, die Zeit der Duckmäuserei vorbei. Kurze Zeit der Utopie. Utopien. Alles schien möglich.

»Und dann kam der Fall der Mauer«, beklagt Pflugbeil. Der 1947 in Bergen auf Rügen geborene Mitbegründer des Neuen Forums nahm an jenem 9. November ’89 in der Kongresshalle am Berliner Alexanderplatz an einer Diskussion zur Reformierung des Bildungswesens teil. Egon Krenz hieß der...


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