Wohin das Pendel schlägt

Wie das »Ende der Geschichte« von 1989 in einen Boom nationalistischer Regimes mündete - und warum es wichtig ist, die Unterschiede zwischen diesen zu erkennen.

  • Von Tom Wohlfarth
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Nach 30 Jahren wird aus Gegenwart Geschichte. Für Historiker öffnen sich dann die Archive. Im Leben der Menschen wird eine »Generation« auf 30 Jahre veranschlagt - und mit dem 30. Geburtstag fangen auch Einzelne an, ihrer Biografie als Geschichte gegenüberzutreten.

So ist es kein Wunder, dass rund um den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren neben allerlei Forschungsliteratur auch einige autobiografisch-essayistische Annäherungen an diesen Epochenbruch entstehen. Heute wissen wir, dass mit dem Ende des Kalten Kriegs keineswegs das einst viel zitierte »Ende der Geschichte« eintrat, sondern fürchten einen neuen heißen (Bürger-)Krieg zwischen Kosmopoliten und Kommunitaristen, Gewinnern und Gegnern der »Globalisierung«, Rechten und Nichtrechten und so weiter - Anlass genug, einen weit ausholenden Blick auf die Zeit seit der »Wende« zu werfen.

Bereits im Sommer hat der in Westdeutschland aufgewachsene Historiker Per Leo, der das (...


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