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Kein Sex mit dem Chef?

Simon Poelchau über weltfremde Moralvorstellungen bei McDonalds

  • Von Simon Poelchau
  • Lesedauer: 1 Min.

Natürlich ist Liebe am Arbeitsplatz immer ein heikles Thema. Aber sollte man das deswegen gleich verbieten? Die Fast-Food-Kette McDonalds beantwortete diese Frage jedenfalls mit Ja und entließ gerade ihren Vorstandsvorsitzenden Steve Easterbrook. Er habe gegen Richtlinien verstoßen, indem er sich »jüngst auf eine einvernehmliche Beziehung« einließ, so der Konzern zur Begründung. »Einvernehmlich« wohl gemerkt.

Da fragt man sich, ob es noch andere Gründe für die Entlassung gab, oder ob McDonalds seinen Angestellten nicht einfach weltfremde Verhaltensregeln auferlegt. Natürlich muss man sich zwar bei Beziehungen zwischen Chefs und Untergebenen immer fragen, wie gleichberechtigt sie sind. Schließlich ist da von Anfang an ein Machtgefälle drin, das meist männliche Bosse ausnutzen. Gleichzeitig ist das Thema Sex unter Kollegen aber so alt wie verbreitet. Laut Studien lernen sich 15 Prozent aller Paare bei der Arbeit kennen. Nach dem Freundeskreis ist der Arbeitsplatz der zweitwichtigste Ort zur Paarfindung. Solange dabei alles einvernehmlich und gleichberechtigt läuft, sollte der Arbeitgeber sich raushalten.

Vor allem aber werden mit diesem Verbot einvernehmliche Beziehungen am Arbeitsplatz in einen Topf geworfen mit tatsächlichen Übergriffen. Das ist nicht nur prüde, es schadet auch dem Kampf gegen Sexismus.

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