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Besser als jede Ruhepause

Berlins Eishockeyprofi Marcel Noebels will beim Deutschland-Cup endlich Russland schlagen

  • Von Manfred Hönel
  • Lesedauer: 3 Min.

Bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang unterlag Deutschland erst in der Verlängerung gegen Russland, sehen Sie den Deutschland-Cup als Chance zur Wiedergutmachung?

Gegen Russland in die Verlängerung zu kommen, sehe ich bereits als großen Erfolg. Schon beim Deutschland-Cup im vorigen Jahr wollten wir dann die Olympiarevanche. Wir schafften es wieder in die Verlängerung. Leider verloren wir dann aber auch wie im Olympiafinale mit 3:4. Obwohl ich die Taktik unseres Trainers noch nicht genau kenne, werden wir natürlich versuchen, nach zwei Niederlagen in der Verlängerung, diesmal einen Sieg einzufahren.

Ist die deutsche Nationalmannschaft in diesem Jahr stark genug, um den Russen wieder ein gleichwertiger Gegner zu sein?

Aus dem Team, das 2018 Silber holte, sind noch acht Spieler im Aufgebot. Bundestrainer Toni Söderholm schaut ansonsten schon auf die Winterspiele von 2022 in Peking und formiert dafür gerade eine junge Mannschaft. Mit Leon Draisaitl und Dominik Kahun fehlen uns zwar wichtige NHL-Profis, aber das geht den Russen genauso.

Haben Sie sich denn damit beschäftigt, mit welchem Kader die »Sbornaja« an diesem Donnerstag in Krefeld gegen Sie antreten wird?

Die Russen bringen bestimmt wieder eine junge Mannschaft aufs Eis. Aber russische Teams sind immer gut.

Von den Eisbären Berlin waren 2018 neben Ihnen noch Frank Hördler und Jonas Müller in Pyeongchang dabei. Das Trio werden die Fans in Krefeld so aber nicht mehr zu sehen bekommen.

Das stimmt. Jonas Müller ist zwar wieder berufen worden. Frank Hördler hat aber seine Nationalmannschaftskarriere beendet und spielt nur noch im Verein. Neben Jonas Müller hatte im Olympiafinale Leo Pföderl noch zwei Tore geschossen. Der ist mittlerweile auch ein Eisbär, braucht aber leider wegen einer Verletzung gerade eine Pause. So kann man alle Finaltorschützen von 2018 nur noch bei den Eisbären gemeinsam sehen.

Warum treffen die Eisbären bei so vielen guten Stürmern in der DEL so selten?

Wir spielen gutes Eishockey und sind meist die spielbestimmende Mannschaft. Leider verwerten wir dann aber unsere vielen Chancen nicht oft genug. An einer Verbesserung arbeiten wir hart. Ich hoffe, dass die Fans das bald sehen können.

Sie selbst haben bislang fünfmal getroffen. Sind Sie damit zufrieden?

Damit stehe ich eigentlich ganz gut da. Ich bin ja mehr der Passgeber als der Torjäger.

Sie spielen jetzt, während die Teamkollegen pausieren. Beneiden Sie ihre Mannschaftskameraden?

Seit fünf Jahren ziehe ich bei der Länderspielpause durch. Ich lege keinen Wert auf diese Pause. Es ist für mich eine große Ehre, in die Nationalmannschaft berufen zu werden.

Würde Ihnen eine zusätzliche Auszeit nicht auch mal guttun? Immerhin haben Sie sich vor drei Jahren das Kreuzband gerissen, danach aber fast durchgespielt.

Das behindert mich gar nicht mehr. Die Ärzte haben gute Arbeit geleistet.

Im vorigen Jahr waren Sie zum Test für die NHL bei den Boston Bruins. Warum haben Sie diesmal auf einen solchen Test verzichtet?

Ich konzentriere mich ganz auf die Eisbären und - wenn ich nominiert werde - auf das Nationalteam.

Sie haben sich mittlerweile in Brandenburg ein Haus gebaut. Zum Sommertraining weilten Sie aber wieder in ihrer alten Heimatstadt Tönisvorst bei Krefeld. Was zog Sie nach Hause?

Natürlich ein bisschen die Heimat. Dazu betreuen mich dort zwei tolle Athletiktrainer. Einer von beiden ist der ehemalige Zehnkämpfer Torsten Voss. Der ist als Olympiamedaillengewinner von 1988 besonders hier im Osten ja noch sehr bekannt. Und 30 Jahre nach ihm habe auch ich in Südkorea Silber gewonnen.

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